Jazz

Julia Kadel Trio
Im Vertrauen


Das Jazz-Klaviertrio um die Pianistin Julia Kadel fand erst in den letzten Jahren zusammen, avancierte in der Szene jedoch schnell zum Geheimtipp. Ihr Debüt „Im Vertrauen“ erschien bei dem renommierten US-Label Blue Note. Eine junge musikalische Stimme und ein legendäres Label, schon das ist eine spannende Kombination. Zudem wurde das Trio, das durch Karl Erik Engelmann am Bass und Steffen Roth am Schlagzeug komplettiert wird, gleich in zwei Kategorien für den Echo-Jazz nominiert.
Mit dem Julia Kadel Trio betritt eine junge Formation die europäische Szene.Till Brönner wurde auf das Trio aufmerksam und wurde zu einem Förderer der drei Newcomer:
Hier steht etwas in den Startlöchern, das man am besten mit einem einzigen Wort beschreibt: Groß!
Donnerstag
26. November 2015
20:00 Uhr
Stummsche Reithalle
Neunkirchen

 


 

 

Der Trinkstorch

Es war einmal ...

Es war einmal ein kleines Mädchen das bekam zum siebten Geburtstag von seinem Vater einen Vogel geschenkt.
Keinen gewöhnlichen Vogel, mit Flügeln und Federn, sondern ein kleines Glasspielzeug mit einem roten Schnabel.
Stellte man ein Glas mit Wasser vor dieses Spielzeug und tauchte den Schnabel kurz darin ein, so erwachte der Vogel zum Leben und wippte, wie von Geisterhand bewegt, vor und zurück. Das kleine Mädchen war fasziniert von diesem Geschenk und konnte stundenlang zusehen.
Die Jahre vergingen, das Mädchen wuchs heran und irgendwann und irgendwo ging der Vogel verloren.
Fünfzig Jahre später hatte das inzwischen große Mädchen wieder Geburtstag und wieder bekam es ein Geschenk vom wichtigsten Mann in seinem Leben.
Dieser hatte den sentimentalen Erzählungen seiner Ehefrau genau zugehört und sich auf die Suche nach einem Ersatz für das verlorene Spielzeug gemacht.
Er recherchierte und fand zunächst ganz viele verschiedene Namen:Trinkvogel, Schluckspecht, Drinking bird, Wippvogel und natürlich auch ganz viele hochwissentschaftliche Erklärungen für das physikalische Phänomen.
Einer dieser Vögel heisst Trinkstorch und wird von einem Mann namens David Sekera in der Pfalz mundgeblasen.
Dem aufmerksamen Ehemann gefielen die Unikate in vielen verschiedenen Farben und er bestellte einen Trinkstorch.
Und wieder betrachtet ein (kleines) Mädchen fasziniert sein Spielzeug und wenn das Wasserglas nicht leer wird...
www.trinkstorch.de


 

 

Kulturszene Neunkirchen

Fünfunddreißig Jahre

Amby und Ro



Am 18. April 2015 feiern zwei der musikalischsten Köpfe im Saarland, Amby Schillo und Ro Gebhardt, gemeinsam ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum in der Neuen Gebläsehalle.
Zu diesem Anlass haben die beiden ein buntes Programm von Songs aus gemeinsamen Projekten der letzten 35 Jahre zusammengestellt und langjährige musikalische Weggefährten und Freunde aus Frankreich, USA, Österreich und England eingeladen. Ein Crossover aus Pop, Latin und Jazz. Hochvirtuos und voller Gefühl.
Neunkirchen
Neue Gebläsehalle, 20 Uhr


Songwriterreihe
Die beliebte monatliche Saarbrücker Songwriterreihe geht ins vierte Jahr. Und legt einen Umzug ins Nauwieser Viertel hin.
Ab 3.9. kann man neue und bekannte Leute aus der regionalen, grenzüberschreitenden oder deutschlandweiten Szene entdecken, und zwar immer am ersten Mittwoch im Monat, ab 19 Uhr.



Zwei Bands/KünstlerInnen stellen je 5 ihrer Songs vor, es gibt einen kurzen Talk, um ihre Arbeit vorzustellen. Eintritt ist wie immer frei , doch eine Hutsammlung soll dafür sorgen, dass die KünstlerInnen zumindest keine Kosten haben.
laden
Johannisstr. 25
66111 Saarbrücken


Baumscheiben-Aktion

Den Bäumen in der Rosenstraße auf die Füße geschaut


Quartier Mainzer Straße. Im Rahmen des ExWoSt Forschungsprojekt „Innerstädtische Hauptverkehrsstraßen“ - Fallstudie Saarbrücken Städtebauliche Reaktivierung Mainzer Straße wurde ein „Werkzeugkasten“ mit Merkblättern zu verschiedenen Themen wie Fassaden, Sauberkeit, Baumscheiben usw. erstellt. Zu dem Themenkreis „Paten für Baumscheiben und kleine Grünflächen“ hatten Interessengemeinschaft Quartier Mainzer Straße (IG) und das Stadtplanungsamt zu einem Sonderstammtisch eingeladen.
Straßenbäume leisten viel für die Stadt und unser Wohlbefinden. Sie machen die Stadt lebenswerter und verbessern vor allem die Luft - ein 100 Jahre alter gesunder Baum produziert jeden Tag so viel Sauerstoff, dass er für ca. 50 Menschen zum Atmen reicht. Die Bäume beleben außerdem das Stadtbild, erhöhen die Lebensqualität der Menschen, locken Insekten, Vögel und Fledermäuse an. Bäume haben es in der Stadt aber nicht leicht: Ihr sichtbarer Teil, oberhalb des Bodens, wird angefahren, als Hunde-Toilette missbraucht und als Müllplatz oder Fahrradständer benutzt. Jeder kann etwas tun und beispielsweise Pate für eine Baumscheibe werden.
Ein Anfang ist beim ROTERFADEN in der Rosenstraße gemacht, dort hat die Firma BEN KREBS Gartenbau – Baumpflege – Bautenschutz (www.ben-krebs.eu) an den Füßen der Bäume aufgeräumt und die Erstbepflanzung gespendet. Damit Baumscheibe und Baum das ganze Jahr schön bleiben, wässern die Mitarbeiterinnen von ROTERFADEN (www.roterfaden.de) Baumscheibe und Baum bei Trockenheit, säubern von Abfall oder Verunreinigungen und haben ein Auge auf ihren Baum.
„Merkblatt Baumscheiben“ :
Telefon 0681-9541172 oder
Email info@amper-agentur.de
Fotorecht: Roterfaden

 


 

"Die Mainzer blüht auf"



Das genannte Quartier, wird begrenzt von der Großherzog Friedrich-, der Bleich, Bismarck, Graf Johann-, Heinrich-, Böcking- und Hellwigstraße, es gibt es fast alles vor Ort was das Herz begehrt. Mehr als 5000 Menschen leben hier und werden seit über zehn Jahren von der Interessengemeinschaft (IG) betreut. Die IG ist ein loser Zusammenschluss von Haus und Wohnungseigentümern, als da wären Anwohner, Dienstleister, Gewerbetreibende und Kulturschaffende die daran arbeiten, das Quartier für Besucher attraktiver zu machen und bei Veranstaltungen zu zeigen, wie gut es sich in diesem Wohn-, Kultur- und Geschäftszentrum leben, einkaufen und feiern lässt. Es gibt eine ausgeprägte Kunst- und Kulturszene. Mit dabei Antiquitäten und Second Hand vom Feinsten, viele zur Auswahl stehend Clubs und Gastrobetriebe. Dazu eine Interessengemeinschaft die dieses Gründerzeit-Viertel zu präsentieren weiß. Eine Entdeckungsreise lohnt sich. Mit den unterschiedlichen Veranstaltungen wird gleichzeitig immer auf die noch anstehenden Probleme im „Revier“ aufmerksam gemacht. Nach ihrem Selbstverständnis betreibt die IG „Stadtmarketing von unten“. Dabei wurde und wird die IG von der Landeshauptstadt Saarbrücken unterstützt. Viele der Besucher und Kunden im „Quartier“ kommen schon seit Jahren zu den verschiedenen Veranstaltungen.In der jüngsten Vergangenheit war es das Ziel der (IG) die die noch weitgehend unbekannten Höfe der "Mainzer" durch ein Hoffest das jährlich im Mai stattfindet vorzustellen. Doch jetzt am 3.September wird die Bezirksbürgermeisterin und Schirmherrin Christa Pieper vor Ort das Mainzer Straßen Fest eröffnen. Unter dem Motto „Die Mainzer blüht auf“ können sich Anlieger und Besucher von 11 bis 22 Uhr kennenlernen in dem sie feiern, tanzen und die mit Pflanzen und Blumen, bunt und festlich geschmückte Mainzer Straße entlang flanieren. Dabei gibt es auch Flohmarktangebote. Alles was das Herz begehrt. Angefangen von Klamotten,Schmuck,Steingut u. Porzellan, Büchern, Schallplatten, CD`s, Hausrat ect. . Auch ein Kinderflohmarkt wird seinen Platz bei diesem Fest haben. Von der Bleich bis zur Arndstraße werden für die Besucher und Gäste die unterschiedlichsten kulturellen Angebote stattfinden. Natürlich werden es sich die in der Mainzer Straße ansässigen Gastronomen nicht nehmen lassen und den Besuchern alles Leckere darzubieten wissen, was Keller, Küche und Zapfhahn zu bieten haben. Das einzige was der Gast mitbringen sollte ist die gute Laune. Hat er sie nicht dabei, dann wird die "aufgeräumte" Stimmung des Straßenfestes schon dafür sorgen das sich das ändert. Anwohner und Interessenten die mit Politik und Presse das Thema „Verkehrsführung und Parken im Quartier“ diskutieren möchten, die finden auch auf diesem Fest ein Forumsangebot. Wer schon einmal auf diesem Fest war der weiß was da los sein wird. Wer noch nicht da war dem empfehlen wir nachdrücklich sich dort mal sehen- und seine Neugierde entfesseln zu lassen.


 

Mittelalter-Markt in Illingen

Brücke der Wasserburganlage schwer umkämpft


Vereinigte Ritter u. Kaufmannschaft von Kirkel und Saarbrücken eilten den Edlen von Illingen zu Hülfe und vereitelten Plünderung und Brandschatzung der Anlage.


H
eute Sonntag, am vorletzten Maientag, klang der Illinger Mittelalter-Markt aus, mit einer spektakulären „Händelei“ mit Schwert, Schild und Langmesser. Es ging um den Brückenzugang zur Wasserburg. Ritter unterschiedlicher Grafschaften um Illingen verteidigten mit ihren Knappen und der wackeren Hilfe der Kirkeler und Saarbrücker Verbündeten einen Brückenzugang zum Burghof gegen zudringliche marodierende Söldner eines in Fehde stehenden Heeres, das sich wohl durch Plündern und Brandschatzen dieser Anlage zu versorgen gedachte. Das Söldnerheer setzte dabei eine Steinwurfschleuder ein mit der Fußball große, prall mit Wasser gefüllte Ballons „verschossen“ wurden. Wenn diese schweren „Kugeln“ dann unter lautem Hallo der zuschauenden Massen auf den Schildern oder auf der Mauerbewehrung der Brücke zerstoben, war es immer wieder ein Auftakt für Angreifer sowie auch für die Verteidiger, ihr Letztes an Kraft aufzubieten, um einen Sieg zu erringen oder mit einer schmählichen Niederlage Ehre, Ruhm und Wohlstand zu verlieren. Über eine halbe Stunde wogte der Kampf, der sich auch mal in einige „Scharmützel“ am Kopfende ausfallartig aufsplitterte. Ein Hin und Her, das auch von Verlusten geprägt war, bis sich die Angreifer entmutigt ob ihrer „Verluste“ in ihr Schicksal fügten, und die Schlossherren die Brücke sowie auch den Markt als erfolgreich verteidigt, verkündet durch den Herold, zu vermelden wussten. Illingen bleibt weiterhin „Freie Stadt“. Das bedeutet, dass im nächsten Jahr wieder „Beutelabschneider“, Raubritter, hunnische Reiter, Sarazenen, Templer und auch „friedliebende“ Mönche mit allerlei Händlern und einem Tross von Weibern vielerlei Kostümierung, aber auch sonstiges „Gesochs“ in Illingen auf dem Mittelalter-Markt ihr „Unwesen“ während zweier Tage treiben werden. Im Übrigen haben die Edlen von und zu Saarbrücken den Handelswert solcher Märkte erkannt und auch in dieser Grafschaft auf dem Bann des Deutsch-Französischen Gartens vom 12. bis zum 14. August diesen Jahres Phantasie & Mittelaltertage „ausgerufen“. Bestimmt werden auch dort marodierende Söldner versuchen, die eine oder andere Zufahrt zu erobern, um den Wege-Zoll einzustreichen , der eigentlich den Edlen von und zu Saarbrücken zusteht. Aufgrund dessen, dass der Saarbrücker Adel die Illinger in ihrer Abwehr „fremder“ Mächte unterstützt haben, werden alle Besucher wohl die gesamte Wucht der vereinigten Ritter und Kaufmannschaft in der Wehr gegen fremdes Begehr bestaunen können. In der folgenden Bilderserie ist der Abwehrkampf an der Brücke zu Illingen hinreichend dokumentiert. >>> Zur TAST-Fotostrecke



 

„Fair Trade“ feiert

Attac mit einem Info-Stand dabei

Ausgelassenheit beim Publikum, freudiges Engagement bei den Veranstaltern. Das Ganze hervorgerufen und gefördert durch ein gutes musikalisches Straßenprogramm. Das war das Fest am Samstag, den 14.Mai, unter der Losung „Fair Trade “. Das Fest, das sich an unterschiedlichen Plätzen in Saarbrücken lautstark durch Musik und Tanz zu offenbaren suchte. Dreh und Angelpunkt des Spektakels war jedoch das zentral liegende Rathaus St. Johann. Das Thema „Fairer Handel“ wurde bei diesem Fest zum einen auf eine coole und lockere Art und Weise zur „Aufmerksamkeit“ gebracht und zum anderen war es auch eine Art „Jubeljöh“ auf lange erfolgreiche Kampagnen zum fairen Handel, der hier durch diese Feier hervorgehoben wurde. Selbst die hin und wieder auftretenden Regenschauer am späten Nachmittag konnten der Freude über dieses Ereignis keinen Abbruch tun. Tanzeinlagen der Showgruppen der Tanzschule Bootz-Ohlmann, überwiegend mit Mädels besetzt, motzten die Stimmung auf. Diese guten Showeinlagen brachten selbst geschäftig vorbeieilen wollende Passanten zum „Boxenstopp“. Besonders die Kinder hatten ihren Spaß, denn mit dabei war auch ein Clown. Dieser Clown entpuppte sich als ein hervorragender Bastler von unterschiedlichsten „ Kreaturen“, die er durch Aufblasen und Formen von Luftballonwürsten zu kreieren wusste. Dazu Schminken und „Blödsinn schwafeln". Das war das Abfahrprogramm für die Kleinen an diesem Tag. Für uns unterwegs als Fotoreporter war Michael Sperlich; vor Ort, war er auch noch Mitorganisator (Moderator) des Info-Standes von Attac. Ganz zu schweigen davon, dass er zu den Gründungsbetreibern der Künstlerinitiative „ARTEFOX“ gehört und von daher, wenn er mal selbst keine Bilder produziert, die Bilder von Künstlern innerhalb dieser Initiative mittels Ausstellungen zu fördern weiß. Bilder – Bilder – Bilder - , ja lassen wir doch hier am besten die Bilder sprechen, um die gute Stimmung zum Thema “Fairer Handel“ nochmals in einer Art Rückblick genießen zu können. sirc
Impressionen von Michael Sperlich >>>

 


 

Helge Barthold in Saarbrücken

Kunstguerilla
Helge Barthold „- Ja, schaut nur her –„
Helge Barthold zerrt das Dunkle ins Licht. Überwiegend nutzt Helge Barthold das Weiße als den Grund, den es zu besetzen, zu füllen, zu strukturieren gilt.

Die weiße Fläche wird zur Landebahn, zum Ausdruck mal für Entfesselung, mal für dieVerdichtung des Raumes oder auch Ausdruck zur Komposition eines geordneten Miteinanders oder einer, vom Chaos bestimmten, Ordnung. Barthold stilisiert ein Tosen und Toben, zeigt ein Erstarren, ein Verharren, ein Fließen und Treiben unterschiedlicher Elemente, die er zusammen kombiniert dargestellt als Flächen, als Spritzer, Kleckse , Striche, groteske Schraffuren oder eingepinselte Gespinste, was ihn immer und immer wieder wie einen Besessenen zu einem Ausdruck treibt. Das „Ganze“ gegeneinander, übereinander, ineinander, nebeneinander auch miteinander gestellt, verflochten oder gelegt, ergibt einen Impetus von Zerrissenheit, von Aufstand, von Leere, von Verlust einerseits. Andererseits fokussiert Barthold, zoomt Teilchen und Element heran, so dass das gewonnene Bild wie eine Mahnung, ja wie eine Warnung erscheint. Eine dezente visuelle Kreation von Inferno in unterschiedlichen Zusammenhängen jeweils einem Thema dienend oder einem Thema nachhängend. Barthold beherrscht hier die Abstufungen, die Verhältnismäßigkeit des Klotzens, des Kleckerns und dem dezenten, ja dem filigranen „Sicherschleichen“ von Dramatik durch zeichnerische Schatten. Selbst in seiner Farbgestaltung vermag der Künstler alle diese Register zu ziehen. So bleibt unübersehbar, dass die Besessenheit des Spiels mit den „Elementen“ mit ein Credo des Wirkens dieses Künstlers ist. Das Drama ist alltäglich und es ist überall und das bringt Barthold mal eindrücklich, mal ausdrücklich jeweils in einer „Position“ zur Geltung.
“ Ja schaut nur her, auch mich nimmt die Zeit mit, ohne mich zu schonen.“ So könnte der Text des Künstlers Barthold, der den Betrachter vom Buchdeckel her beiläufig mustert lauten. Und Barthold hat mit seinen Selbstportraits einiges zu sagen, vom diabolisch Fixierenden über den streng vor Trotz triefend Blickenden hin zum Gekreuzigten, aus dessen Augen sich die Leere dem Hirn des Betrachtenden vermittelt, aus dem Zähne fletschenden „überbelichteten“ zornigen Zeitgenossen bis hin zur Ikone auf der letzten Seite, dem Buchdeckel, deren „Scheinen“ Barthold hier als Lichtreflexion von brauner Kutte und brauner Nacht im Gesicht und in der unmittelbaren Umgebung des Kopfes abbildet. Der dazugehörige Mund leuchtet durch erlauchtes Weiß wie zugekleistert. Der Blick ist hier zwar vielsagend, doch der Mund bleibt eine leere Fläche. Der Künstler inszeniert sich schnoddrig, verschroben, gierig, sinnlich, wütend und trotzig, verbissen, skurril, durch und durch verdorben bisweilen kauzig, auch durchschauend, unschuldig, aber auch ironisch und sarkastisch. In seinen Bildern spielen alle Facetten der genannten Charakteristika eine Rolle und spiegeln eine entsprechende Bedeutung zum von Barthold jeweils gewählten Bildthema. Man spürt beim Betrachten, dass Barthold besessen ist von der Lust und dem Vergnügen, die unterschiedlichsten Gefühle in seiner Bildgebung einzufangen. Seine Arbeiten erscheinen allesamt als empfindliche und verletzliche Kreationen, weil Barthold es technisch immer wieder versteht, die Transparenz in jedem seiner Werke aufrecht zu erhalten. So als ob es das Licht war, das schon immer dagewesen ist. Die Düsternis erscheint da eher als ein Symptom, denn als ein Seinszustand.
In der dichtesten Form bei „Schwarzer Scheiße“ oder bei „Begriffen“ erscheint die Finsternis wahrnehmbar eher als Bruchstück oder als Geschwür im Bewußtsein des Betrachters, erscheint wie in ein Licht gezerrt, in ein Licht, das Barthold gegebenenfalls ins bläuliche einfärbt und dessen Strahlkraft, dessen Temperatur dadurch ins Überrealistische erhöht.. Bartholds Motive hungern, ja sie verlangen nach Aufgehobenheit nach Geborgenheit des inneren Ausdrucks den er hier ungeschützt preiszugeben versteht.
Der Tanz, der sich immer und immer wieder widerstreitenden Gefühle kulminiert anschaulich in den Bildern mit dem Titel „Tiefer Zweifel I“ u. „Tiefer Zweifel II“, Da lacht, Mach, Die Öffnung, oder Stille Show. Die daraus resultierende Rastlosigkeit, die Ruhelosigkeit ergibt die Dynamik zu den vielfachen Intermezzi in Bartholds Repertoire. Barthold haust in seinen Bildern wie ein Berserker in einem von Licht durchfluteten Raum, wie, wenn er Herr sein wolle über die unterschiedlichen Gemenge von Hitze und Kälte, die mal fruchtbar, mal furchtbar und mal als Wüstenei und mal als Chaos erscheinen. Nichts scheint ihm zu entkommen, so gründlich leuchtet und bildet er es bis zur Heiligkeit, ja auch zur Scheinheiligkeit heraus. Eine Metapher, für einen Krieger gegen die Konvention, deren „Geschlossenheit“ es für Barthold zu überwinden gilt. Denn dem Neuen ist Barthold auch als Narr dienlich, der es dem Publikum zu spiegeln weis, stets und latent provokant, in der Fantasie erschafft man es nur, indem man das Gegebene bzw. Vorhandene auch einmal hinterfragt.
Bartholds Bildband provoziert und er bringt von daher auch eine Menge an den Tag. Es ist eher ein Schauen mit Klauen, Zunge und Zähnen und den Geschmack zieht der Betrachtende mit dem Atem ein, denn das Auge hat Lust auf Verdauung.
Chris Wroblewski
Druck & Gesamtherstellung: Blattlaus Verlag, Saarbrücken
ISBN: 978-3-930771-50-9
68,00 Euro

 

 


 

 


„acting and arts“


Eine Bresche für die Kultur

Sängerin und Schauspielerin Petra Lamy ist Gründerin und Leiterin der Schauspielschule "acting and arts" in Saarbrücken.
„Seid euch nicht allzu zahm, sondern lasst euer eigenes Urteil euer Erzieher sein, passt das Spiel dem Wort an und achtet besonders darauf, dass ihr den Anstand der Natur nicht überschreitet, denn alle Übertreibung entfernt vom Zweck des Spiels, der von Anfang bis jetzt war, der Natur den Spiegel zu halten, der Tugend ihr eigenes Gesicht, der Schande ihr eigenes Bild zu zeigen und dem ganzen Zeitalter den Abdruck seiner Gestalt.“ Rede Hamlets an die Schauspieler 3.Akt-2.Szene-Shakespeare; Quelle: Fleyer „aaa“


E
s war im Jahr 2000, genauer gesagt im Dezember 2000, als ein Hilferuf der Schauspielstudenten der Hochschule für Musik und Theater in Saarbrücken die Öffentlichkeit erreichte. (Siehe dazu Bild aus 2000) Was war geschehen? Ende Oktober 2000 beschloss der Hochschulsenat der Musikhochschule, die Schauspielabteilung zu schließen, obwohl sich die CDU damals im vorangegangenen Landtagswahlkampf damit gerühmt hatte, „ .. eine Bresche für die Kultur zu schlagen“. Doch alle damaligen Proteste nutzten wenig, die Schauspielschule verschwand sang- und klanglos, möchte man sagen, aus dem saarländischen Kulturbetrieb, obwohl damals ein mehr als zehn Jahre fortdauerndes enges Kooperationsverhältnis zwischen der Schauspielschule und dem Staatstheater bestand. Nun kehrt sie zurück „Die Schauspielschule“ und hält wirkungsvollen Einzug in Saarbrücken. „acting and arts „ so der Name dieser neu in Saarbrücken gegründeten privaten Schauspielschule. Was im Oktober 2000 vom Hochschulsenat „versenkt“ wurde, erwachte im Oktober 2010 zu neuem Leben. Zehn Jahre musste Saarbrücken warten bis eine Privatinitiative von Petra Lamy „eine Bresche für die Kultur“ geschlagen hat. Sie ist seit über 25 Jahren Sängerin und Schauspielerin. Abgesehen davon, dass sie mal im Tatort “Hilflos“ zusehen war und im kalifornischen Spielfilm „Dancing on a dry Salt Lake“ gespielt hat, war sie auch beim Rocktheater Sprühfix bzw. dem Zores Comic Theater in den achtziger Jahren als Rockröhre bis zu den Ruhrfestspielen mit auf Tour. Ich erinnere mich noch genau, wie umtriebig Petra Lamy damals in der „Weltgeschichte“ herumgeflogen ist, um die Qualitäten ihres Gesangs und ihrer Performances an das Publikum zu bringen. So ganz „nebenbei“, wenn sie schon mal mit dabei war, in Rom oder Los Angeles, mit dem Regisseur Dominique de Fazio zu arbeiten, ergab sich daraus ein Studiengang, der von ihr als Masterclass Studium beschrieben wird. Dieses Studium, so Petra Lamy, habe ihrer Arbeit als Schauspielerin die entsprechende Tiefe verliehen. Erst Ende 2009, so beschreibt sie es auf ihrer Info Seite, hatte sie die Regie und die künstlerische Leitung diverser Bühnenprogramme und Produktionen inne, z.B. im französischen Multi-Media Stück „Un Peau D’Ecologie“. Zeitgleich arbeitete sie auch als Schauspiellehrerin für nachhaltige Theaterarbeit in der Saar-Lor-Lux-Region in mehreren Projekten mit Grundschulkindern. Die Idee, ihre Fähigkeiten und Energien im Rahmen einer privaten Schauspielschule im Saarland zu verwirklichen, um auch ihrem „künstlerischen Schaffen“ eine neue Dimension zu geben, realisierte sie im Oktober 2010 und gründete die Schauspielschule „acting and arts“. Und das mit einem umfangreichen Kursangebot für Kinder und Jugendliche sowie auch für Erwachsene, mit unterschiedlichen Modulen, mit Frequentierung auf alle Tageszeiten. Zum Thema Schauspiel sei nur ein Satz aus dem Prospekt von „acting and arts“ zitiert: “Schauspieler zu sein ist ein Weg. Ein lebenslanger Weg des Wahrnehmens, Forschens und Trainierens, um den Prozessen und Wahrhaftigkeiten des Lebens auf die Spur zu kommen. Wer sich dafür entscheiden will, Schauspielunterricht zu nehmen, der braucht: ‚Die Bereitschaft, sich in einem geschützten Raum zu öffnen, die Lust, Neues zu erleben, selbst etwas auszuprobieren (...), jenseits von unserem Alltagsverhalten authentisch und präsent zu werden.’“. Im ersten Obergeschoss der Neufang Kulturfabrik wartet ein sich auf 240 qm ausdehnendes Zentrum auf diejenigen, die den Weg suchen zum Film oder auf die Theaterbühne möchten, und auf diejenigen die das Bewusstsein für den Berufstand und den Lebensweg Schauspiel stärken wollen. Training, Aus- und Weiterbildung in Räumen von unterschiedlicher Dimension und von unterschiedlicher Atmosphäre, sind eine sehr gute Vorraussetzung für die Anforderung der darstellenden Künste. Chris Wroblewski
www.acting-and-arts.com
Tel.: 0681/70977730
Fotos(4): Jean M. Laffitau



 

Uni - Campus

Solar Peace Sculpture

Die zeitlich auf ein Jahr begrenzte Skulptur sorgt für Auseinandersetzung um den Kunstbegriff.
Eine mangelnde Finanzierung zwang den Künstler zu Kompromissen. Kritiker bemängeln die „verloren“ gegangenen Proportionen. „Schlecht gemacht und simpel gedacht“ urteilte eine bekannte saarländische Tageszeitung.

„Das“ Friedenszeichen aus leeren Ölfässern, die an der Forderfront mit Solarzellen verblendet wurden, schuf der in Saarbrücken lebende amerikanische Künstler Fred George. „Kein Krieg für Öl“ fällt einem dabei direkt als Spruch ein, den man vor dem drohenden Ausbruch des von Präsident Busch ehedem geführten Irakkrieg immer und immer wieder bei Demonstrationen hörte. Der Standort der Plastik befindet sich oberhalb der Mensa auf dem Saarbrücker Universitätscampus. Das Kunstwerk besteht aus über 4 Tonnen Stahl, ist insgesamt 6 Meter hoch und hatte einen Kostenaufwand von 50.000 €. Außer den nicht zueinander passenden Proportionen sei die Kunst im öffentlichen Raum, gerade im Spannungsfeld von Umweltbewusstsein und gesellschaftspolitischem Anspruch, auch im Saarland längst weiter als das Banalobjekt von George, glauben mache. Das Projekt sei, so die SZ, in der Saarbrücker Kunstszene sehr umstritten. Mit dieser Bemerkung kann der Künstler zufrieden sein, denn gibt es eine bessere Werbung für einen Künstler als die, dass er „umstritten“ ist. Eine gute Gelegenheit also, diese „ kunstvolle Erscheinung“ mal selbst in Augenschein zu nehmen. Wenn das Ganze dann noch mit einem Spaziergang im nahegelegenen Forst verbunden wird, hat sich der Ausflug, was den Erholungs- und Freizeitwert angeht, auch noch gelohnt. Und eine eigene Meinung hat man darüber hinaus gratis dazu. Außerdem darf sich dann jeder auch Gedanken machen, was er wohl mit 50.000 € angefangen hätte, wenn er denn zur gleichen Meinung neigt, wie die Vorgabe, die von der Kunstbewertungsabteilung der Saarbrücker Zeitung gefertigt wurde. Den Ausdruck „künstlerischer Dilettantismus“, der zur Bewertung im „Schreiblabor“ in Bezug auf diese Plastik kreiert wurde, sollte man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen. Wahre Kunst ist eine solche Wortschöpfung und wohl auch gut gemeint, weil man ja Bewahrer der wahren Kunst und der bessere Verwender von Sponsorengeldern zu sein scheint.
Chris Wroblewski
Anmerkung: Bei der Recherche nach einem geeigneten Foto für diese Besprechung, entdeckten wir folgende Erklärung des Künstlers zur Finanzierung seines "Objektes" die wir unter Anführungszeichen zum Abschluss an den Artikel anhängen.
"Meine private Finanzierung der 6-Meter Version wurde durch die Mittel aus dem Nachlass meiner Schwester Catherine 'Kip' George möglich, die immer daran glaubte, dass es diese 15-Meter Solar Peace Sculpture eines Tages geben wird, und dass sie ihre Botschaft in die Welt tragen wird." Fred George
Weitere Informationen und Fotos finden Sie hier
Fotos: f:kom



Ein Künstler, der fehlt

Reiner Gaußmann ist tot

Am Sonntag den 2. Januar ist der Künstler Reiner Gaußmann an einem Krebsleiden verstorben. Geehrt wird er nochmals am 28. Januar mit einer Ausstellung seiner Bilder sowie einer Lesung aus seinem Buch im Domizil Leidinger in Saarbrücken.

Beruflich hatte sich Reiner Gaußmann vor vier Jahren in der Hospizarbeit engagiert. Er absolvierte eine Ausbildung als Sterbebegleiter und brachte sein künstlerisches Schaffen mit in diese Tätigkeit ein. Schon nach einem Jahr war Reiner Gaußmann bei etlichen Einrichtungen ein oft angefragter Mensch in diesen Belangen, weil er mit seinen künstlerischen Fähigkeiten Räume umzugestalten bzw. neu zu gestalten wusste, so dass jedermann daran Gefallen fand. Bald wurden auch seine Praxiskenntnisse, die er in seiner Arbeit mit der Begleitung Sterbender gesammelt hatte, ein wichtiger Bestandteil der Arbeit im Hospiz. Denn Reiner Gaußmann fokussierte das empathische Element, das Mitgefühl mit dem leidenden, sterbenden Menschen, und schaffte dadurch eine tröstliche Atmosphäre für diejenigen Menschen, die ihr Ende unweigerlich vor Augen hatten. Reiner Gaußmanns Kunst, die er in diesem Beruf kreierte, im Zusammenhang mit der Empathie, erschuf eine Ästhetik in den Räumen des Abschieds, eine Atmosphäre, die Freunde und Angehörige eines sterbenden Menschen tröstend begleiten sollte.

Seit ungefähr einem Jahr wusste Reiner Gaußmann selbst über seine Erkrankung Bescheid. Er ging mit dieser schrecklichen Botschaft sofort offen um. Seine Freunde und näheren Bekannten verständigte er unmittelbar nach dieser unheilvollen Nachricht. Reiner Gaußmann war einer, der, obwohl er in diesem Moment selbst sehr schockiert und betroffen war, nie in Jammer und Selbstmitleid verfiel. Man hatte den Eindruck, er richte sich jetzt erst recht auf, um der Krankheit in den unsäglichen Schlund zu schauen. Sehr rasch fand er einen Namen für seine schicksalhafte lebensraubende Geisel. Er nannte die Krebserkrankung Bruno. Da Reiner Gaußmann, wie er mir sagte, „Bruno“ aus medizinischer Sicht erst recht spät bei sich und in sich entdeckt habe, wusste er von seinem Gefühl her, dass er einen Kampf, wenn er ihn denn mit „Bruno“ führen wollte, nur verlieren könne. Zu dem Preis, schnell und unmittelbar sterben zu müssen. Also entschloss er sich, in eine Art Dialog mit „Bruno“ zu treten. Unter dem Prinzip Hoffnung, „Bruno“ klarzumachen, dass, wenn er ihn, Reiner Gaußmann, dahinraffen werde, er „Bruno“ selbst sich ja auch „abschaffe“. Zu Beginn sah es auch so aus, als ob „Bruno“ innehielte, um eine eventuelle Symbiose mit Reiner Gaußmann einzugehen. Denn Reiner Gaußmann blieb körperlich und mental in seiner Kraft. Er begann das Buchprojekt „Mein Tumor heißt Bruno“, mit dem er in einer Art chronologischen Verlaufs seine Erlebnisse mit sich, „Bruno“ und der Welt draußen aufschrieb. Geborgen und unterstützt von seiner Familie und mit dem Rückhalt seiner Freunde, startete er auch weitere Ausstellungen seiner Kunst, dozierte gelegentlich weiterhin über professionelle Sterbebegleitung und organisierte noch diesen oder jenen Malkurs wie z.B. in der Rosenresidenz der AWO in Beckingen.

Bei einem Vortrag zum Thema „Lungenkrebs“, den er in der Klinik in Völklingen als Zuhörer aufsuchte, bekam er, über dort geknüpfte Kontakte, Aufträge zu späteren Lesungen seines sich in Arbeit befindlichen Buches und darüber hinaus ein Angebot, eine Ausstellung seiner Kunst in Berlin durchzuführen.
Reiner Gaußmann war mein Freund, und ich hatte mich während „seiner Zeit mit Bruno“ einige Male mit ihm getroffen und konnte immer wieder feststellen, dass er mit Mut, aber auch mit Demut sein Schicksal trug, ohne die Hoffnung nach einem „Wunder“(eine Hoffnung, die auch mich beseelte), das seine Lage verbessern würde, zu verlieren. Reiner lud mich auch des Öfteren dazu ein, mal an einem seiner Vorträge teilzunehmen. Dabei konnte ich bei mir sowie auch bei seinem Publikum immer wieder feststellen, wie tröstlich und aufbauend Reiner in dieser Profession agierte. Ende Oktober 2010 wurde sein Buch „Mein Tumor heißt Bruno“ herausgebracht. Reiner stellte dieses Buch im Schloss von Hausen in Rehlingen Anfang November in einer Lesung vor, dazu gab er auch die Ausstellung seiner Bilder, die Trauer und Trost zum Thema hatten. Das Interesse der Menschen am Menschen Reiner Gaußmann war überwältigend; alle Räume in diesem Schlösschen waren überfüllt. Reiner war sehr froh über den Zuspruch der Öffentlichkeit. Dann im Dezember war Reiner Gaußmann in Begleitung seiner Frau in Berlin, um an unterschiedlichen Orten sein Buch durch Lesungen vorzustellen. Es hat ihm, wie er mir sagte, sehr viel Freude gemacht, sich auch in solch einem Zusammenhang als Vortragender erfahren zu haben. Er verschwieg aber auch nicht, dass es für ihn doch sehr anstrengend war, diese Tour gemacht zu haben.

Für April 2011 plante Reiner Gaußmann, wenn er denn dann noch auf dieser Welt sein sollte, eine Ausstellung in der „Charité“ in Berlin, eine Ausstellung, die offenbar schon im Planungsstadium war. Im Gespräch mit mir erwähnte Reiner, dass er, falls seine Kräfte noch reichten, an einem weiteren Buch arbeiten wolle, in dem er mehr über innere Zustände, d.h., seine Beziehungen zu ZeitgenossInnen aus dem Blickwinkel seines Schicksals zu schreiben gedenke. Reiner hat während der gesamten Zeit, die er, wie er sagte, wissentlich mit „Bruno“ behaftet war, auch Menschen aufgesucht, mit denen er sich weniger gut verstanden hatte , weil dieser oder jener Ärger irgendwann die gemeinsamen Beziehungen getrübt hatte. Versöhnung angesichts seines Leids war ihm von daher sehr wichtig. Reiner Gaußmann hatte gehofft, noch mindestens ein Jahr leben zu dürfen, und so hatte er auch weitere Pläne: eine Ausstellung im Domizil Leidinger, verbunden mit einer Lesung aus seinem Buch, die Ausstellung und Lesung in Berlin und noch einige Gespräche mit Menschen, die ihm im Leben, aus welchen Gründen auch immer, verloren gegangenen waren. Zwei Tage, bevor Reiner starb, hat er mir seine Hoffnung auf Lebensverlängerung und seine weiteren Vorhaben mit den gegebenen Intentionen nochmals am Telefon dargestellt. Wir wollten uns in der Woche danach treffen, um uns nochmals intensiv auszutauschen, wer, was, wo, mit wem gemacht hat und wer, was, wo, mit wem für die Zukunft plane.
Doch „Bruno“ war kompromisslos und machte keine Pläne mit Reiner mit. Reiners Tumor „Bruno“ beendete sein Leben am 2. Januar 2011 morgens in der Frühe um 5 Uhr. „Bruno“ riss, wie Reiner es „Bruno“ immer klar machen wollte, sich dabei auch selbst mit in den Tod.
Ich wurde von Reiner Gaußmanns Tochter vom Tod meines Freundes informiert und spürte sofort, dass er mir jetzt fehlen wird. Mein Freund der „junge wilde Mann“ aus dem „Kater Karlos“, der „alte, abgeklärte“ Gaußmann aus dem Ilsetopf und der Künstler Reiner Gaußmann, der sich auf seinen Bildern als der “Baptist“ verewigte. Zurückgeblieben sind seine vielen interessanten, mit dem Betrachter sprechenden Bilder und sein Buch, in dem er mit den Lesern über „Bruno“ und sein Schicksal spricht.
Chris Wroblewski
Ausstellungseröffnung: 28. Januar 2011, Domizil Leidinger, Saarbrücken
Buch: Reiner Gaußmann: „Mein Tumor heißt Bruno.“ >>>


 


Kunstwerke aus Glas

Lichtfänger

Glas ist ein Medium bei dem das einfallende Licht Empfindung bezaubern, die Atmosphäre verzaubern kann. Besonders wenn Farbkonstellationen den Schein und Glanz des Lichtes rein zu kleiden vermögen.

Glas fasziniert den Menschen seit je her, nicht nur deswegen, weil es das Licht durchlässt, sondern auch, weil es das Licht durch sich selbst leitet und es sogar reflektieren kann. Glas ist von daher auch ein Medium, bei dem das Licht die Empfindung bezaubern, die Atmosphäre verzaubern kann, wenn es auf Farben trifft und diese Farben durch das gegebene Objekt sich dem Auge trefflich ergötzend darbieten. Hanne Irmisch hat irgendwann entdeckt, Glas verschiedenster Farben miteinander zu komponieren, es einzuschmelzen und dadurch Kunstwerke unterschiedlicher Ausstrahlung zu schaffen. Glasfusing nennt man dieses Kunsthandwerk, in dem sich die Künstlerin seit etwa acht Jahren geriert. Entdeckt hat Hanne Irmisch ihr Talent, als es darum ging, jemanden zu finden, der ihre Blei verglaste, defekt gewordene Eingangstür reparieren sollte. Alle von ihr entworfenen Reperaturkonzepte ließen sich mit den dafür gefundenen Handwerkern nicht umsetzen. So nahm sie es kurzerhand selbst in die Hand, und siehe da, es gelang. Das Interesse am „Handling“ mit Glas war geweckt. Durch die Arbeiten mit der Tiffany Technik vertiefte sich die Erfahrung der Arbeit mit Glas. Jedoch blieb letztlich die grenzenlose Begeisterung, die in Leidenschaft mündet, noch aus. Bis Hanne Irmich motiviert durch das Thema Glaskunsthandwerk in Nordrheinwestfalen ein Seminar über Glasfusing (Glasschmelzen) besuchte und sich danach um weitere Seminare zu diesem Thema bemühte. Der Bann war gebrochen und ihr künstlerisches Talent brach sich Bahn und wurde zur Leidenschaft. Seither hat Hanne Irmisch nicht nur ästhetische Objekte hergestellt, sie hat auch Schalen, Wandreliefe, Oberlichter, ja ganze Eingangstüren und Fenster, sonstigen Dekor auf Gebrauchsgegenständen wie z.B. Geschirr oder Lampenlüstern geschaffen. Licht fällt durch diese Glaswerke, fluoresziert, fällt ins Auge, zündelt in der Seele des Betrachters, weckt Begehrlichkeiten, animiert, macht Appetit oder verleitet dazu, sich dem Träumen hinzugeben. Die Farben im Glas werden durch das Licht zum Leben gebracht. Man nimmt die faszinierende Ausstrahlung, die den Objekten der Künstlerin anhaften und bei natürlichem Licht und nicht nur auf dem Foto besehen, wahr. Man spürt auch die Lust auf Gestaltung, die den Impetus der Künstlerin zu ihrer Arbeit ausmacht. Es ist eine Freude, ihre Arbeiten anzuschauen. Für Interessent/innen, eventuelle Aufragsarbeiten und aktuelle Ausstellungen steht Hanne Irmisch über E-mail als Kontakt zur Verfügung.
hanne.irmisch(at)arcor.de

 


 

S Z E N E
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Magazin TAST  Szene  Das Kulturmagazin in Saarbrücken

S Z E N E

Musikalische Lesung
„Die Asche meiner Mutter“
von Frank McCourt.
„Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit, eine glückliche lohnt sich ja kaum.
Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche irische katholische Kindheit.“

Frank McCourt wurde 1930 in New York geboren, welches er als Vierjäriger verlassen mußte, um in die Heimat seiner Eltern zurückzukehren. Es ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden unter erschwerten Umständen und niemals ertappt man Frankie dabei, daß er sich selbst bemitleidet.
Die Formation 7th Stair liest Auszüge aus dem Roman und untermalt sie mit irischer Folklore.
So, 23. August 2015, 17 Uhr
Kettenfabrik St. Arnual
Der Eintritt ist frei.
Einlaß ab 16.30 Uhr.

 

Ankündigung
Gratis-Comic-Tag in Saarbrücken

Am 9. Mai findet wieder der bundesweite Gratis-Comic-Tag statt. Insgesamt sind das dieses Jahr über 230 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für die kleinen Leserinnen und Leser gibt es ein eigenes KIDS-Label, damit die Eltern wissen, zu welchen Heften sie für ihren Nachwuchs bedenkenlos greifen können.

Von den 34 Gratis-Heften werden 11 für Kinder sein. Dazu gibt es Signierstunden, Lesungen, Ausstellungen - quasi ein Tag zur Feier des Comics.
Auf der Website
http://www.gratiscomictag.de
kann man auch nach Buchhandlungen und Comicshops suchen, die an der Aktion teilnehmen.
9. Mai 2015
X-Comics Saarbrücken
Lortzingstr. 14 - 16
66111 Saarbrücken
und
X-Comics Saarlouis
Lisdorfer Str. 12
66740 Saarlouis

 

 

Punkrock
Antattack Festival
Das Antattack Festival geht in die sechste Runde und eröffnet nun schon traditionell das Festival-Spektakel. Das Festival findet in diesem Jahr erstmals in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen statt.

Massendefekt

Skatepunks ZSK, Itchy Poopzkid, Massendefekt, Abstürzende Brieftauben, Rantanplan, Dimple Minds, The Gogets, Fat Belly, Captain Risiko
Samstag, 25. April 2015
14:00 Uhr
Neue Gebläsehalle Neunkirchen
Infos:
Nk-Kultur

 

Jazz im Terminus
Freak Chazz
Jazz ist in der heutigen Zeit ein umfassender Begriff. Viele Fusionen und Einflüsse haben Jazz verändert. Jazz ist nun mehr als zuvor, improvisierte  Musik, die an sich keine Grenzen kennt.

Die Gruppe Freak Chazz spielt Eigenkompositionen, keine Standards. Nicht puristischer Jazz, sondern eine Mélange aus unseren musikalischen Einflüssen, die sich von Klassik bis HipHop beim Jazz treffen. Nicht Improvisation zum Selbstzweck, sondern um mit dem Publikum zu kommunizieren.
Freitag 13. März 2015, 21 Uhr
Brasserie Terminus
7 AV de la Gare
57200 Sarreguemines

 

Orientalischer Abend
Gemeinsam mit ihren Tanzgruppen, die sie bei der VHS Neunkirchen unterrichten, präsentieren SanDo ihr neues Bühnenprogramm „Fire“.

Die Tänzerinnen werden die Vielfalt des Orientalischen Tanzes vom klassischen ägyptischen Tanz bis zu modernen Fantasy-Stilen zeigen.
Tanzduo SanDo (Sandra Marino und Dominique Koch) u.a.
Samstag, 28. April 2012
20:00 Uhr
12 € Vorverkauf, 14 € Abendkasse
Bürgerhaus Neunkirchen
www.nk-kultur.de

 


Charity Rock meets HipHop

Zum 8. mal geht die Post ab.
Der Erlös geht zu 100% an ein interkulturelles Projekt für Straßenkinder in Ecuador und an die 2. Chance Saarland e.V.
Hiphop Freitags, Rock Samstags
Vorverkauf Rockticket 4 €, HipHop-Ticket 7 €.
3. und 4. Februar 2012
JUZ Försterstraße
66111 Saarbrücken
Information und Karten:
Café Exodus, Telefon (06 81) 37 14 16

"Singender Montag"
so heißt das neue Angebot des Kreativzentrums Rotenbühl, Neugrabenweg 43, in Saarbrücken. Alle Menschen, die Freude am Singen haben oder die Freude an der eigenen Stimme entwickeln wollen, sind jeden ersten und dritten Montag im Monat von 18.00 bis 19.00 Uhr herzlich eingeladen.
Auf dem Programm stehen professionelle Gesangsübungen und Lieder aus aller Welt. Die musikalische Leitung hat Marion Ritz-Valentin.
Kursbeginn: 6. Februar 2012
Nähere Infos: 0681-397720

Sebastian Voltmer
Sterne über Saarbrücken
"50 Jahre bemannte Raumfahrt"
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von großformatigen Astrofotos von galaktischen Nebeln, Galaxien und kosmischen Ereignissen. Ergänzt wird die Ausstellung mit aktuellen Interviews von Sebastian Voltmer mit berühmten "Weltraum-Legenden" die er im Juni auf Teneriffa anlässlich eines Wissenschafts-Kongresses geführt hatte.

Dieser Mann ist weltraumbegeistert was sich schon alleine dadurch ausdrückt, dass er im Besitz einer Nachbildung der Apollo13-Weltraumkapsel ist, die nach Plänen der NASA aus Anlass des gleichnamigen Hollywood-Films mit Tom Hanks entstand und auch in der Ausstellung zu bestaunen ist.
Sebastian Voltmer studierte ab 2000 an der Kunsthochschule Kassel im Fachbereich Fotografie und Grafikdesign.
Mercedes-Benz-Niederlassung, Saarbrücken,
Untertürkheimer Straße 1
Bis 30. November 2011 täglich von 9 bis 18 Uhr
Foto: Stadt Saarbrücken

Straßenkultur
SPD will Aufwertung des öffentlichen Raums "Mainzer Straße". Beginn der Strukturplanung Mainzer Straße noch dieses Jahr!
Die Möglichkeit für einen teilweisen Rückbau der oberen Mainzer Straße soll geprüft werden.

Seit  zwei Jahren schon köchelt der von der SPD Stadtratsfraktion geforderte Entwicklungsplan für die Mainzer Straße und ihr Umfeld als Forderung vor sich her. Anträge zur Erarbeitung entsprechender Vorschläge an die Bauverwaltung blieben in der Regel ergebnislos. Jetzt wurde auf Initiative der SPD in der Haushaltssitzung des Stadtrates die finanzielle Voraussetzung für diesen Entwicklungsplan geschaffen. Nach Auskunft von Thomas Kruse, SPD Stadtverordneter von St. Johann, stehen 20.000 Euro Planungsmittel und 30.000 Euro für erste Baukosten in 2011 zur Verfügung. Weitere 90.000 Euro sind bereits für 2012 eingestellt. Thomas Kruse fordert die Bauverwaltung Saarbrückens auf, jetzt zügig mit den Anwohnern und den Geschäftsleuten sowie den in Frage kommenden Interessensgruppen bezüglich der Mainzer Straße das Gespräch zu suchen. Der mögliche Rückbau der oberen Mainzer Str. solle laut Kruse geprüft werden. Zitat: "Nach der Anbindung der Mainzer Str. an die Ostspange ist das Verkehrsaufkommen deutlich gesunken. Deshalb bietet sich an, in diesem Teilabschnitt der Straße mehr Raum für Fußgänger, Radfahrer und Gastronomie zu schaffen." Eine neuerliche Einführung von Gegenverkehr lehnt Kruse ab. Zitat: "Dies würde erneut  zu einer höheren Belastung der Anwohner führen. Unser Ziel ist die Aufwertung der Mainzer Str. als attraktives innerstädtisches Wohn- und Geschäftsviertel." 
sirc