Unser Buchtipp

Adrian McKinty
Die verlorenen Schwestern
Der Autor wurde 1968 in Carrickfergus in der Nähe von Belfast/Nordirland geboren, studierte an der Oxford University Philosophie und zog danach für sechs Jahre nach New York.
Er lebte und arbeitete in Harlem und war, neben seinen vielen unterschiedlichen Jobs als Rugbytrainer, Barkeeper, Wachmann, Buchhändler und Postbote, auch freier Journalist und schrieb Artikel und Buchkritiken für The Washington Post, The Times und das Harpers Magazine. Im Jahr 2000 übersiedelte er nach Denver und lebt seit 2008 mit seiner Familie in Melbourne/Australien.
„Die verlorenen Schwestern“ entstammt der Trilogie um den katholischen Kriminalbeamten Sean Duffy. Wie in den beiden vorangegangenen Krimis „Der katholische Bulle“ und „Die Sirenen von Belfast“ beschreibt McKinty auch hier detail- und facettenreich die Polizeiarbeit in Nordirland zu Anfang der 80er Jahre.
Dem Autor gelingt es wieder einmal die historischen Ereignisse und Schauplätze des Nordirlandkonflikts, für den Leser des Jahres 2015, lebendig zu machen und somit eine spannende Mischung aus Krimi, politischem Geschehen und Zeitgeschichte zu kreieren.
Der Polizist, Sean Duffy wird nach vielen beruflichen und privaten Tiefschlägen in der Vergangenheit, mit der Situation konfrontiert einen ehemaligen Schulfreund und inzwischen hochkarätigen IRA Terroristen wiederzufinden, dem die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis gelungen war und von dem als einem in Libyen ausgebildeten Sprengstoffspezialisten eine große Gefahr ausgeht.
Duffy stößt auf eine Mauer des Schweigens; alle alten Kontakte lehnen die Zusammenarbeit ab. Nur die Mutter eines Jahre zuvor verstorbenen Mädchens ist bereit Informationen weiterzugeben wenn es ihm gelingt, die Todesumstände ihrer Tochter zu klären und zu beweisen dass sie ermordet wurde.
Unser Held sieht sich nun zwei Problemen gleichzeitig gegenüber; er muss erstens das alte Rätsel um den „Verschlossenen Raum“ lösen um zweitens den gefürchteten Bombenleger Dermot McCann unschädlich machen zu können. Und darf natürlich, wie in den Büchern zuvor, nie vergessen vor dem Starten seines Wagens einen Blick unter den BMW zu werfen ...
suhrkamp taschenbuch 4595
Klappenbroschur, 378 Seiten
ISBN: 978-3-518-46595-0

 

Jens Eisel
Hafen-
lichter

Der 35- jährige Autor gewann 2014 mit der Kurzgeschichte „Glück“den Open Mike. Dieser Preis hat sich, seitdem er 1993 zum ersten Mal verliehen wurde, zum wichtigsten deutschsprachigen Literatur-Nachwuchswettbewerb entwickelt und ist Karrieresprungbrett für junge Autoren. Der Open Mike wird von der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation ausgelobt und ist mit insgesamt 7500 € dotiert.
Die Story „Glück“ ist eine von insgesamt siebzehn Kurzgeschichten die zusammengefasst unter dem Titel „Hafenlichter“ im September 2014 beim Piper Verlag erschienen sind.
Jens Eisels Geschichten spielen alle in Hamburgs sagenumwobenem Viertel St.Pauli und erzählen von Ereignissplittern aus dem Leben seiner Bewohner.St.Pauli ist zugleich die heimliche Hauptfigur des Buches und verbindet die einzelnen Erzählungen lose miteinander.
Die Protagonisten sind Figuren von nebenan, aus dem Wettbüro, dem Tätowierladen, der Kneipe um die Ecke, der Autowerkstatt hinter dem großen Rolltor und vor allem aus dem Klientel des ambulanten Pflegedienstes, für den Eisel fast zehn Jahre lang tätig war.
Der Autor selbst begründet die Wahl des Spielortes für seine Geschichten mit dem Satz: “St.Pauli war für mich der erste Ort an dem ich mich wirklich richtig wohl gefühlt habe“.
Der Lebensbereich zwischen Elbe und Reeperbahn ist für ihn zugleich Hafen als auch Symbol steter Veränderung, der die Figuren seiner Stories, festgefahren in jahrelangem Trott, oft nicht schnell genug zu folgen vermögen.
„Hafenlichter“ sind Geschichten die dem Leser keine große Anstrengung beim Lesen abverlangen; sie sind schnörkellos, keine länger als zehn Seiten und enden meist mit offenem Ausgang. Der Leser selbst wird angeregt über mögliche Entwicklungen zu phantasieren. Dies bewirkt eine Nachhaltigkeit der einzelnen Erzählungen.
Fast zeitgleich zum Buch erschienen das Hörbuch „Hafenlichter“, gelesen von Arthur Diehl, sowie ein Trailer, in dem in kurzen Filmsequenzen Szenen der einzelnen Geschichten aufgegriffen werden.
Jens Eisel - Hafenlichter
Piper Verlag
144 Seiten. Gebunden mit Schutzumschlag.
ISBN 978-3-492-05665-6
ISBN 978-3-492-96778-5 (e-book)

Am Freitag, 24. Juli 2015 liest Jens Eisel aus »Hafenlichter«
Wibilohaus Wiebelskirchen
Wibilostr. 3
66540 Neunkirchen
18:30 Uhr

 

Tod in der Kalurabucht
Ein Sizilien-Krimi von Mona Misko
Commissaria Alessia Cappelletti, just aus Rom in die Questura von Cefalù versetzt, wird an ihrem ersten Arbeitstag unsanft aus dem Schlaf gerissen: Eine bildschöne junge Deutsche liegt ermordet am Strand unterhalb des Hotels Kalura. Ein gefundenes Fressen für die Presse, und das am Vorabend des Fests Santissimo Salvatore, an dem Cefalù aus allen Nähten platzt. Doch Spuren bleiben Mangelware, die Aussagen der Hotelgäste widersprechen sich und die schöne Tote hatte so viele Verehrer, dass quasi stündlich neue Verdächtige hinzukommen. Und dann noch diese Sizilianer, lauter Machos, wobei, manche sind schon sehr charmant. Aber wem kann Alessia trauen? Madonna mia, das geht ja gut los.
Ein schöner Urlaubskrimi.
320 Seiten
ISBN: 978-3-86680-960-4
Suttonverlag

 

Frauke Verlinden
Wenn es aufklart
Ein interessantes Büchlein mit zwölf kurzen und längeren Kurzgeschichten.
Frauke Verlinden erzählt von Menschen am Wendepunkt des Lebens. Immer spielt dabei die Erinnerung eine besondere Rolle. Der Titel des Buches deutet bereits an, wie sich solche beklemmende Erfahrungen auflösen können.
Frauke Birtsch studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Anglistik und schreibt unter dem Pseudonym ihres Großmutters Mädchennamens Verlinden.
Sie war 2009 und 2010 als Quattropole-Stadtschreiberin für Saarbrücken, Trier, Luxemburg und Metz tätig.
Union Stiftung
Forum Neue Autoren
Herausgegeben von
Rudolf Warnking und Markus Gestier
144 Seiten, gebunden, 16,90 €
ISBN: 978-3-938823-95-8
Gollenstein Verlag
www.gollenstein.de

 

James Sallis
Der Killer stirbt
Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel „The Killer Ist Dying “ bei Walker &Company in New York.
Ein mit dem Tod gezeichneter Mann macht sich auf den Weg, seinen „letzten“ Auftrag als Killer zu erfüllen. Doch bevor er zuschlagen kann, wird das vorgesehene Opfer von einem anderen Auftragsmörder attackiert. Der todkranke Killer ist konsterniert. Da das Opfer den Mordanschlag überlebt hat, übernimmt der kranke Auftragsmörder die Ermittlungen. Eine ihm bisher „unbekannte“ Neugier treibt ihn an, herauszufinden, wieso das Opfer sterben sollte, bevor „er“ , der ja eigentlich den Auftrag zum Töten hatte, zum Zuge kam. In der Hoffnung, mehr über seinen „Konkurrenten“ zu erfahren, nimmt der „Killer“ auch Kontakt mit der Polizei auf. Er macht am Ende, seinem Ende, eine eklatante Entdeckung.
James Sallis, dem Autor dieses Romans, ist bei der Darstellung einer „Verbrechergeschichte“ auch ein Einblick in soziale Milieus und Ebenen gelungen, in denen sich das Leben gegenüber seinen Protagonisten träge und bisweilen „banal grausam“ zeigt, sich in der gesamten Breite von bedeutender Bedeutungslosigkeit gegenüber den Strukturen von Recht , Ordnung, medizinischer oder familiärer Rettung in eine dunkle Wüste ergießt, dort hin, wo, wie wir wissen, selbst die Hitze und die Kälte nicht mehr hingelangen. Verlag Liebeskind, 250 S. 18,90 €,
ISBN 978-3-935890-78-6

 

Haruki Murakami
1Q84
Eigentlich ist es eine Liebesgeschichte die sich mal während einer Krise des damals zehnjährigen Mädchens und des 12 jährigen Jungen, zwischen Beiden entzündet hat. In der Gegenwart, ihrer „Erwachsenenwelt“ also ergeben sich für beide Protagonisten dieser Liebe eine besondere „Realität“ in Bezug auf ihre Liebe in der damaligen Kindheit. Murakami behilft sich mit einem fantastischen „Fantasie“ Kniff. Er holt das Vergangene in die Gegenwart,und zwar so, dass es sich nicht um Zeitsprünge, Zeitverschiebung oder sonstiger Since Fiction Hokuspokus mit der Zeit veranstaltet wird. Murakami schafft einfach zwei nebeneinander existierende Realitäten. In der Einen bewegen sich die Protagonisten, die immer einen doppelten Mond sehen wenn sie in die Nacht schauen. In der Anderen „scheinen“ sich diejenigen aufzuhalten, die nur einem Mond wahrnehmen. Es gibt einen geschichtlichen Abriss über der Herkunft, der Heldin sowie des Helden, wobei bei jedem von Ihnen eine Tragik ihre Geschichte kennzeichnet. Das aufeinandertreffen der Beiden in ihrer Kindheit und ihre Sehnsucht in der Gegenwart zueinanderzufinden wird dabei spannend entwickelt. Drumherum beschreibt Murakami eine Welt, die er surrealistisch so zu schildern weiß, dass beim Lesen der Eindruck entsteht, diese Welt könne beide Realitäten problemlos miteinander verbinden und er lässt für den Leser zunächst die Illusion entstehen, man könne ungehindert in beiden Realitäten agieren und leben. Die mysteriösen „Little People“, die, niemand weiß woher sie kommen, drohen die Macher dieser Welt zu werden. Oder haben sie diese selbst Welt kreiert ?! Und Niemand scheint ein Mittel zu kennen um diesen „Einfluss“ der sich mehr und mehr ausbreitet zu begrenzen. Immer wieder streift Murakami, angelehnt an die handelnden Menschen, in historische Begebenheiten. An Ausflüge Tschechows oder Begebenheiten aus russisch japanischer Geschichte des zweiten Weltkriegs, oder auch in die sechziger Jahre, die mit den auch bewaffnet kämpfenden Studentenrevolte einen Blick darauf herstellt. Und damit spannungsgeladen Räume öffnet die man als Leser neugierig verfolgt, zumal jeder von uns ja auch ein Produkt von Geschichte ist. Aber jeder auch ein Wahrnehmender ist, dem die Erfahrung mit unterschiedlichen Realitäten, geschichtlicher oder gegenwärtiger Art nicht unbedingt fremd sein muss. Zitat von The Japan Times dazu: „Murakamis Werke sind für das Verständnis der modernen Welt immer wichtiger geworden, und hier ist sein Können größer als je zuvor."
Roman, 1024 Seiten,
Dumont Verlag, 32 €,
ISBN: 978-3-8321-9587-8

 

Antonio Mancinelli
Fashion:Box
Modeklassiker und ihre Stars - Von der Jeans bis zum Kleinen Schwarzen
Ein wunderschöner Fotoband über Mode von Stars präsentiert mit hochwertigen Fotos aus bekannten Filmen wie Helen Mirren -Die Queen 2006- im Twinset; oder Madonna auf ihrer -Blond Ambition Tour 1990- und Tim Curry -Die Rocky Horror Picture Show 1975-, Stil: Korsage. Mit Personenregister und Filmografie von "African Queen" über "Kill Bill" bis "Zufälllig verheiratet". Natürlich darf in dieser 480 Seiten starken Box "Der Teufel trägt Prada" von David Frankel mit Meryl Streep nicht fehlen.
Das T-Shirt, die Jeans, das Kleine Schwarze, die weiße Bluse, das Kostüm oder der Bikini sind Beispiele für das, was wir ›Stil‹ nennen, weil sie sich von der gewöhnlichen Mode absetzen und dennoch zeitlos sind.
»Die Mode ändert sich, der Stil bleibt.« COCO CHANEL
Wir verlangen von der Mode, dass sie echte Klassiker hervorbringt: Kleider von ›absoluter‹ Gültigkeit, die wir unbedingt haben müssen und die wirklich faszinieren, jetzt und auch morgen noch, einfach nur, weil sie perfekt sind oder weil sie niemand anders besser machen kann.
Gezeigt werden 16 Stile: Das Kleine Schwarze, Die weiße Bluse, Jeans, Kostüm, Bikini, Rollkragenpullover, Hotpants, Bleistiftrock, T-Shirt, Trenchcoat, Minirock, Twinset, Der androgyne Stil, Korsage, Caprihose, Abendkleid; mit kurzen Statements z.B. von Virginia Woolf zu -Der androgyne Stil-: "So verschieden die Geschlechter auch sind- sie mischen sich. In jedem Menschen vollzieht sich ein Schwanken zwischen dem einen Geschlecht und dem anderen, und oft bewahrt nur die Kleidung das männliche oder weibliche Aussehen, während darunter das Geschlecht das gerade Gegenteil dessen ist, was die Oberfläche anzeigt." Oder Charles Bukowski zu -Korsage-: "Wie schön sind die Beine einer Frau, wenn sie aus einer Korsage herausschauen!"
Antonio Mancinelli (*1963) studierte Mode an der Academia del Costume e della Moda in Rom. Neben seinen Beiträgen für italienische Tageszeitungen wie ›La Republica‹ und ›Corriere della Sera‹ schreibt er für zahlreiche Fashion-Magazine, darunter ›Vogue‹, ›Elle‹ und ›Vanity Fair‹. Anhand von mehr als 400 Fotografien und Filmstills präsentiert ›Fashion:Box‹ die großen Klassiker der Mode und die Stars, die sie unsterblich gemacht haben.
Im handlichen Format von ca 23 x 18 cm mit seitlichem Magnetverschluss.
mit 216 farbigen und 224 einfarbigen Abb.,
480 Seiten, 29,99 €
Dumont Buchverlag, Köln
ISBN 978-3-8321-9347-8

 

Alan Pauls
Die Vergangenheit
Nach zwölf jahren absoluter Liebe, die die Welt nach ihrem Ebenbild zu formen schien, trennten sich Rimini und Sofia, es sind die Achziger in Buenos Aires, und für den dreißigjährigen Rimini ist alles wieder so funkelnd wie zu Beginn. Er entdeckt das Begehren neu und wirft sich mit einer Frau in eine rauschhafte Suche nach einer verlorenen Zeit. Aber seine Liebe zu Sofia ist nicht gänzlich erloschen, sie hat nur ihre Form geändert. Und als Sofia wieder in sein Leben zurückkehrt, trägt die frühere Liebe das Anlitz des Entsetzens. Ein ums andere Mal erscheint sie ihm als Rachegespenst um ihn zurückzuerobern, zu quälen, vielleicht zu retten. Und so gerät Rimini in ein tragigkomisches Inferno aus emotionaler Erpressung, Verrat und Drogen. Am Ende droht ihm, dass er alles verliert. Oder gibt es eine Liebe nach der Liebe.
Klett-Cotta Verlag
ISBN 978 -3- 608 – 93705 - 3

 

Angelika Neuwirth
Der Koran als Text der SpÄtantike
Ein Europäischer Zugang.

"Mit Angelika Neuwirth wird der Koran von der späteren islamischen Tradition befreit und in seinem Entstehungsprozess sichtbar. Er liest sich dann so, wie ihn die Zeitgenossen verstanden haben müssen: zwar als Zeugnis intensiver theologischer Auseinandersetzungen auf der Arabischen Halbinsel, aber in einem kulturellen und religiösen Umfeld, wie es auch den übrigen Mittelmeerraum im siebten nachchristlichen Jahrhundert prägte. – und damit letztlich die europäischen Glaubensvorstellungen bis heute: insofern der Koran aus der Auseinandersetzung mit spätantiken Diskursen hervorgegangen ist und sich selbst in jene vorgefundenen christlichen und jüdischen Traditionen eingeschrieben hat(…) ist er selbst Teil des historischen Vermächtnises der Spätantike an Europa." – Auszug aus "Süddeutsche Zeitung" 01.03.11 – v. Stefan Weidner
Verlag der Weltreligionen im Suhrkamp Verlag
Gebunden, 859 Seiten
ISBN: 978-3-458-71026-4
39.90 €

 

Robert Leonardy
Ein Leben für die Musik
Robert Leonardy prägt das musikalische Zeitgeschehen des Saarlandes und der Umgebung wie sonst kaum jemand. Mit Konzerten und als Manager der Musikfestspiele Saar trägt er zum Ansehen der Region bei. Die Journalistin Barbara Hartmann hat auch mit Schülern, Weggefährten und Familie gesprochen und ein unterhaltsames Buch geschrieben.
Die Lebensgeschichte des erfolgreichen Musikers und Managers mit vielen unbekannten Seiten.
Mit einem Vorwort von Justus Frantz
Barbara Hartmann:
Robert Leonardy „Ein Leben für die Musik“
176 Seiten, Paperback
mit zahlreichen Abbildungen
CONTE Verlag Biographie, Saarbrücken
ISBN 978-3-941657-04-5
14,90 €
Zum Artikel von Chris Wroblewski >>>

 

Daniel Everett
Das Glücklichste Volk

Au-weia, da zieht ein Mann mit seiner Familie in den Dschungel am Amazonas um ein noch nicht „christlich „ lebendes Indianervölkchen zu missionieren; und siehe da der Mann wird mit der zeit verblüffender Weise seinen Glauben an die Existenz des „Lieben Gottes“ los. Spannend erzählt der Amerikaner Daniel Everett von einer Begegnung „seiner“ Kultur mit einer ihm völlig unbekannten Welt.Auch davon wie sich seine spirituelle Lebenssicht, mehr und mehr veränderte. Letztlich konnte er „ nur“ noch als Sprachforscher seine ursprüngliche kulturelle Identität behaupten, indem er sich als Sprachanalytiker um das Verstehen dieser Kultur bemühte und dadurch auch Verständnis schaffen, vom glücklichen Leben eines kleinen Volkes ohne Vergangenheits - und Zukunftsbezug und ohne Gott. Wie sonst keiner kann sich Everett als Außenstehender in ihrer Sprache verständigen.Ein faszinierender Einblick in die „Logik“ dieser Kultur.
Deutsche Verlagsanstalt
ISBN 978-3-42104307-8

 

 

Magazin Tast Literatur


Piper Kerman

“Orange is the new black“
Die inzwischen 45jährige Autorin beschreibt in ihrer Biographie ihren Lebensweg der sie, sechs Jahre nach einer Verurteilung zu fünfzehn Monaten Haft, letztlich für dreizehn Monate hinter die Mauern eines Frauengefängnisses brachte.
Piper Kerman wuchs in einer privilegierten Akademikerfamilie auf. 1992 schloss sie am renommierten Smith College in Northampton, Massachusetts das Studium der Theaterwissenschaften ab. In der Folgezeit geriet sie mangels eigener Perspektive in ein Umfeld von Leuten, die ihren aufwändigen Lebensstil durch den Schmuggel von Drogengeldern finanzierten.
Bevor sie endgültig als Drogenkurier eingesetzt werden sollte schaffte sie den Absprung und zog nach Kalifornien. Sie lernt ihren späteren Ehemann Larry kennen und beiden gelingt es 1998 auch beruflich in New York Fuß zu fassen.
Larry arbeitet als Redakteur bei einem Männermagazin und Piper als freie Producerin, als eines Tages zwei Beamte der Zollbehörde vor ihrer Tür stehen und sie mit einer Anzeige wegen Drogenhandel und Geldwäsche konfrontieren.
Um einer möglichen Verurteilung mit einer Höchststrafe bis zu zehn Jahren zu entgehen, bekennt sich Piper der Geldwäsche für schuldig und wird zu einer Freiheitsstrafe von fünfzehn Monaten verurteilt.
Im Zuge eines langwierigen Auslieferungsverfahrens muss die Autorin nun fast sechs Jahre, unter Aufsicht der Behörden, warten bis sie ihre Strafe im Frauengefängnis von Danbury antreten kann.
Obwohl Danbury eine Vollzugseinrichtung mit niedriger Sicherheitsstufe und vergleichbar geringen Restriktionen ist muss Piper nun in vielerlei Hinsicht die Erfahrungen einer „Rechtlosen Inhaftierten“ am eigenen Leib erfahren. Sie lernt die Schicksale ihrer Mitgefangenen kennen die, oft unterprivilegiert, lebenslang mit den Folgen von Drogendelikten und Abhängigkeit kämpfen müssen.
Die Autorin beschönigt nicht; sie beschreibt episodenhaft und mit viel Humor und Empathie ihre Gefängnisumwelt und ihre Schicksalsgenossinnen.
Nach ihrer Freilassung kritisiert Piper Kerman das amerikanische Strafsystem wegen seines Vergeltungsanspruchs. Sie kann nicht akzeptieren, dass die fehlende Resozialisierungsmöglichkeit viele Gefangene wieder hinter Gitter zurückkehren lässt.
Heute arbeitet sie als Kommunikationsexpertin und wirbt für eine Reform des Strafsystems.
Verlag: Rowolht Taschenbuch Verlag
352 Seiten
ISBN: 9783499628801

 

Vincent Overeem
Misfit
Die niederländische Originalausgabe erschien 2008 unter dem Titel „Misfit“ bei De Bezige Bij, Amsterdam.
Eine Familie, die auf eine zunächst heftige Liebe zwischen Mann und Frau basiert, gerät aus den Fugen, als der Mann dem Wunsch seiner Frau nach einem zweiten Kind nicht entsprechen will. Entgegen seinem Willen bekommt die Frau jedoch einen zweiten Sohn. „Misfit“ ist eine Geschichte über die Brüche innerhalb dieser Familie. Geschildert wird vom Anbeginn das „Erwachsenwerden“ des ältesten der beiden Brüder im lakonischen Ton eines „Salinger“, der mit „Der Fänger im Roggen“ ein ähnliches Thema, vom Erwachsen werden eines "jungen", beschrieben hat. Hineingeworfen in das Leben, ist der Älteste zunächst nicht fähig, seine Ressourcen und Potentiale, die er eigentlich besitzt, abzurufen. Er verdingt sich als Gelegenheitsarbeiter bei einem „Lebens erfahrenen“ Unternehmer, der als „ ganzer Kerl“ rüber kommt und sein eigenes Schicksal offenbar gut zu tragen weiß. Er verliebt sich in ein Mädchen, das ebenso von einer besseren Realität zu träumen scheint, diese Realität aber ebenso wenig herstellen kann, wie er selbst. Im Auf und Ab dieser Liebesgeschichte erschließt der Autor dem Leser das Schicksal von zwei Brüdern, deren tiefe brüderliche Zuneigung eine intensive Bindung hinterlässt: eine Bindung, die den beiden Jungen zunächst das Überleben beider in ihrer Familie ermöglicht, bis der Druck ihres Vaters, der seine Verantwortung gegenüber dem „Zweiten“ gerne dem Ältesten anlastet, den Ältesten überfordert, so dass dadurch der Älteste in der Beziehung zu seinem jüngeren Bruder „zerrissen“ wird. Wie sich der Ältere aus diesem „zerrissenen“ Sein in seinem erwachsenen Dasein wieder zusammenzusetzen versucht, bildet den Kern der Erzählung von Vincent Overeem, in den sich der rote Faden des Romans vom Anfang, vom Ende und von der Mitte her hinein spult.
Berlin Verlag (BV) GmbH,
ISBN 978-3-8333-0702-7

 

Felix Hartlaub
„Kriegsaufzeichnungen“
Gerade als er seine Doktorarbeit abgeschlossen hatte, begann Hitlers Überfall auf Polen. Er kam wohl wegen Vitamin B. nicht an die Front sondern wurde zunächst Angehöriger der Deutschen Botschaft in Paris. Erst später eingesetzt als Kriegstagebuchbeauftragter im Oberkommando der Wehrmacht, gelangte er in die „Führerhauptquartiere“ von Winniza, Rastenburg, Berchtesgaden, wo er die von ihm empfundene Langeweile schilderte, die er im inneren Machtbereich des „Dritten Reiches“ wahrnahm. Vor allem seine Pariser Notizen zeugen davon , dass Felix Hartlaub mehr war als ein Zyniker, der die Landser als „Pechvögel an der Front“ bedauerte. In seinen Aufzeichnungen zeigt er sich eher als ein bedrückter und verunsicherter Geist, dem es unangenehm ist mit den Annehmlichkeiten eines „Botschaftsangehörigen“ die Stadt zu erkunden. Hartlaub vermutet in der überaus korrekten Haltung der Franzosen ihm dem Fremden gegenüber, wie er schreibt: „die ganze andächtige Hingegebenheit und maßlose Geduld des tiefen Hasses“ herauszuspüren, dabei korrigiert er sich noch indem er den Ausdruck „Hass“ als das nicht richtige Wort bezeichnet. Er empfindet das im Grunde einwandfreie Benehmen der Franzosen als den eigentlichen Skandal. Eine Art „Empörung“ durch Korrektheit, als eine Art „Abgrenzung“ dem Deutschen gegenüber. So beschreibt Hartlaub sehr präzise was er bemerkt und das in einer Intensität, dass man den Himmel von Paris samt Wolken mit Dächern, Fassaden und Kuppeln, diese Stadt förmlich „riechen“ kann. In Episoden schildert Hartlaub Begebenheiten von „Horizontaler Kollaboration“ („Weltwende im Puff“). Auch das Leben der Bewohner des Hotels d`Orsay, meist Angehörige der Deutschen Botschaft, die sich latent vor dem Damokles Schwert eines für sie „immer“ möglichen Einsatzes an der Front fürchten, schildert Hartlaub mit einer entwaffnenden Nüchternheit, so das die Dekadenz dieser Gesellschaft schroff u. skurril zu Tage tritt. Hartlaubs „Aufzeichnungen“ scheinen wie Entwürfe zu einem Roman den der Leser mit seinem Wissen über den Krieg animieren könnten, es Fantasievoll zu einem solchen zusammenzufügen. Übrigens sah man Felix Hartlaub zum letzten mal als 32 jähriger am Tag der Kapitulation. Am 2. Mai 1945 verabschiedete ihn seine Schwester Geno am S-Bahnhof Nicolasee. Er ist nie wieder erschienen und wurde zehn Jahre nach seinem Verschwinden für tot erklärt.
Felix Hartlaub - Kriegsaufzeichnungen aus Paris,
Suhrcamp Verlag, Berlin
163 S. 17.90 €
ISBN 978-3-518-22462-5

 

Jörg Zipprick
In Teufels Küche
Dort wo der Koch nichts zu erfinden hat
Viele Fremdworte , wie Carragen, Maltodextrin, Methylcellulose, Polyglycerinester, Transglutaminase oder Xantan ect. Kennen wir eigentlich nur unter der Codierung durch eine „E – Nummer“ aufgedruckt, auf Lebensmittelverpackungen die wir entsprechend im Handel kaufen. In seinem Buch „In Teufels Küche“ schildert der Autor Jörg Zipprick die Hochgastronomie und ihren Umgang mit der nicht gerade gesunden Leidenschaft zu diesen erwähnten „Beigaben“. In Selbstversuchen hat der in Paris lebende Autor offenbar Erfahrungen verarbeitet, die er nun der sogenannten Molekularküche im Europa der Gourmets „serviert“ und der Öffentlichkeit präsentiert, wie einfach es durch diese „Zutaten“ geworden ist Speiseabfälle weiter zu verwerten und Gewinnspannen zu erhöhen. Die Erfindungen in den Chemielabors und nicht der sogenannte Ideenreichtum von „Spitzenköchen“ bestimmen das „Aroma“ das vor allem im Technologietransferzentrum Bremerhaven (tzz) produziert wird. „Kein Koch hat hier irgendwas erfunden“ , zitiert Zipprick den Geschäftsführer des Instituts an der Weser. „In Teufels Küche“ bezieht der Autor unmissverständlich Stellung, weil er die beträchtlichen Zuwendungen der Industrie an die gefeierten Köche als an eine Gegenleistung gekoppelte entlarvt. Es ist das „Renommee“ als solches, das „gewinnend“ aufleuchtet, im Konkurrenzkampf der Produkte im Supermarkt. Zu guter Letzt wird man nach der Lektüre den unangenehmen Geschmack gegen den Begriff „Herdmeister“ irgendwie nicht recht los. Wohl deswegen weil Zipprik sich daran durchgehend mehr oder weniger sarkastisch aufzuhängen weiß. So rechnet Zipprik u.a der TV – Köchin Sahra Wiener vor, das sich in ihrer Rezeptur für die Deutsche Bahn, Hefe Extrakt, diverse gehärtete Fette, Xantan und etliches mehr finden lässt. Diese Zusatzstoffe ergeben eine weitaus längere Strecke wie „Wieners“ eigentliche Rezeptur. Ob die zuweilen recht Gnadenlos in der Öffentlichkeit auftretende Vertreterin von Biokost diesen Affront zu verdauen weiß bleibt als Frage offen.
Eichborn Verlag, 288 Seiten, 19,95 Euro.
ISBN:9783821865249

 

Ryan David Jahn
Ein Akt der Gewalt
Der Roman beschreibt, basierend auf einem wahren Kriminalfall, die Geschichte eines brutalen Mordes und seiner Zuschauer. Die Geschichte spielt in nur wenigen Stunden einer Nacht in denen die Bewohner eines Hauses ihren eigenen Problemen nachhängen, während draussen im Hinterhof eine Frau verzweifelt um ihr Leben kämpft. Der Autor erzählt in den einzelnen Kapiteln parallel die Geschichten von Frank, Thomas, Patrick, Diane und Peter die von ihren Fenstern aus zuschauen und zugleich wegschauen.
Der Thriller basiert auf dem Mord an Kitty Genovese, der 1964 weltweit für Schlagzeilen sorgte.
270 Seiten,
Hardcover mit Umschlag
Heyne Verlag
ISBN 978-3-453-26679-7

 

Philip Roth
„Nemesis“
Eine Gesellschaft in Panik
Eindrücklich und gespenstisch spannend wirkt die geschilderte Atmosphäre auf das Gemüt des Lesenden
Im Alltag eines Sommers in New Jersey breitet sich eine Polio-Epidemie (Kinderlähmung) aus. Täglich werden immer wieder Kinder von diesem Virus befallen. Ein Medikament bzw. eine Impfung gegen diese Krankheit gibt es noch nicht. In der Gesellschaft breitet sich Panik aus.
Philipp Roths Roman „Nemesis“ hat glücklicherweise auch einen dichten Text der Zwischenebene. Es geht um einen Menschen, der in einem Dilemma gefangen ist und letztlich von diesem Schicksal, aus dem er nicht flüchten kann, obwohl er es zunächst versucht, heimgesucht wird. Dennoch wirkt in der Figur des Bucky Cantor eine Kraft, die stets das Gute will, aber das Böse als Ergebnis zur  Antwort bekommt. Man fragt sich, woher sie kommt, „diese“ Energie. Setzt sich hier der Impetus einer dunklen Macht durch, oder ist es eine Aneinanderreihung von Zufällen, die in der Summe ihrer Zusammensetzung ein Unglück ergeben? Im weiteren Verlauf der Geschichte zeigt sich ein Hadern des Protagonisten mit Gott, was ihm einen heftigen Streit mit seiner Geliebten beschert. Denn ihrer Ansicht nach hat niemand das Recht, das zu bewerten, was Gott tut oder nicht tut, wenn er selbst keine Ahnung von Gott hat, weil Gott ihrer Meinung nach ein unergründliches Geheimnis ist. Die Endlichkeit des Menschen ist in Roths letzten Romanen dauerhaft wie eine Spiegelung vorhanden, der man sich als Leser nicht entziehen kann. Vielmehr tritt der Autor hier im Gegensatz zu seinen früheren Werken als ein nachdenklicher Lebensgestalter auf, der Schwäche, Leid und Verfall dominieren lässt. Zur Überraschung des Lesenden gibt sich in der zweiten Hälfte des Romans ein gewisser Arnie Mesnikoff als Ich- Erzähler zu erkennen. Arnie Mesnikoff ist ein ehemaliger Schüler Bucki Cantors. Er hat die gleiche Krankheit, von der Bucky Cantor erfasst wurde, ebenfalls überstanden und kümmert sich als Architekt um den Bau behindertengerechter Häuser. Er trifft Bucky zufällig auf der Straße und erkennt ihn. In „Nemesis“ gewinnt der Text durch diesen Kunstgriff an Spannung. Denn der Erzähler weiß, die aus der Sicht von Bucky, über ihn geschilderten Geschehnisse durch Informationen für die Leser anzureichern, die Bucky zu dieser Zeit selbst nicht gewusst hatte.
Chris Wroblewski
Philipp Roth „Nemesis“
Deutsch von Dirk van Gunsteren
Hanser Verlag München 2011, 221 S.
ISBN 978-3-446-23642-4

 

Michael Connelly
Sein letzter Auftrag
Das von Sparzwängen gekennzeichnete Milieu amerikanischer Tageszeitungen bildet den Hintergrund für diesen Roman.
Der Polizeireporter der L.A. Times, Jack McEvoy, wird entlassen und soll so zu sagen als Gegenleistung einer Gnadenfrist von 2 Wochen seine Nachfolgerin einarbeiten, will aber aus seinem letzten Auftrag einen großen Scoop landen. Ein unter Mordverdacht stehender aber nach Meinung von McEvoy unschuldiger Junge soll den Sündenbock spielen. Leider geraten beide durch den Profilierungsdrang der neuen Kollegin in tödliche Gefahr.
Michael Connelly erzählt zweigleisig aus der Sicht des Jägers und des Gejagten die im Laufe der Handlung die Rollen tauschen.
Ein guter Krimi, spannend und präzise geschrieben.
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
496 Seiten,
Heyne Verlag,
ISBN: 978-3-453-26645-2
19,90 €

 

Otmar Alt
Der Rabe im Zentrum der
Weltgeschichte
Ein Besuch, des UNESCO Weltkulturerbes - Völklinger Hütte -im Jahre 2007 inspirierte den Künstler Otmar Alt zu der Ausstellung "Der Rabe im Zentrum der Weltgeschichte". So entstand ein einmaliger Gemäldezyklus mit 31 großformatigen Werken in denen Alt sich auf eine Zeitreise begibt, die über 69 Jahre hinweg, seinen persönlichen Lebensweg mit historischen Ereignissen verbindet.
Katalogbuch zur Ausstellung
Edition Völklinger Hütte
im Springpunkt Verlag
ISBN: 978-2-89857-242-2
96 Seiten
> Fotos Pressetermin Völklinger Hütte von Monika Gettmann

 

Olaf Schulz
WÖLFE
Heimische Wölfe hautnah erleben
Ein Mythos kehrt zurück
Über 100 Jahre waren sie aus Deutschland verschwunden. Auf leisen Sohlen, den Blicken der meisten Menschen verborgen, haben sich Wölfe nun wieder bei uns angesiedelt. Über kaum ein anderes Tier gibt es so viele Mythen, Legenden und Geschichten. Im 19. Jahrhundert nahezu ausgerottet beschreibt der naturverbundene Autor explizit das Wiederauftauchen der Tiere in Deutschland und Mitteleuropa. Detailiert werden Biologie und soziales Rudelverhalten vorgestellt. Obwohl sehr ausführlich ist die Lektüre doch leicht verständlich verfasst.
160 Seiten mit vielen Fotos.
Fest gebunden mit Schutzumschlag.
BLV Buchverlag, München
ISBN 978-3-8354-0620-9
29,95 €



Milijenko Jergovic
Freelander

Ein pensionierter Lehrer für Geschichte macht sich widerwillig auf den Weg, um einer Testamentseröffnung in seiner Geburtsstadt Sarajevo beizuwohnen. Er bewaffnet sich mit einer Pistole, verlässt Zagreb und es beginnt eine abenteuerliche Reise. Erinnerungen drängen sich ihm auf: an seine hübsche, grausame „Mama Cica“, die gerne mit den italienischen und deutschen Offizieren flirtete. Er denkt an den verrückt gewordenen Vater, an die von der Ustascha erhängten Kommunisten vor der Kathedrale, er erinnert sich an die Fahrt zum Meer mit einem Bus mit geistig behinderten Kindern und an seine eigenen Verfehlungen in einer Welt voller nationaler Amonisitäten auf ehemals „jugoslawischem Terrain“. Eine fulminante Erzählkunst wird wieder einmal von Milijenko Jergovic mit sehr viel Erzählfreude kultiviert.
Verlag: Schöffling & Co.
ISBN 978 -3 – 89561 – 393 -7

 


SOBOTTA
Atlas der Anatomie
Alles, was Sie über den menschlichen Körper wissen müssen.
Eine komplexe Materie,
anschaulich erklärt.
Kein Leichtgewicht dieser Atlas vom
H.F. Ullmann-Verlag im Format
26 x 33.5 cm.
Satte 440 Seiten stark.
Gehört in jeden Haushalt.
ISBN: 978-3-8331-5468-3
39,95 €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

L  E  S  E  N

Vortrag
Heldenmythen-Heldentaten-Heldentod
Prof. Dr. Klaus Theweleit

Der Held: Ein Böser. „Das Lachen der Täter“. Was ist „Mordlust“?

In seinem aktuellen Buch sammelt und untersucht er die verschiedensten Fälle von „lachenden Tätern“ und stellt die Frage nach den Ursachen der „Mordlust“ dieses Tätertyps.
„Es ist der Versuch eines Psychogramms der Tötungslust.
In Kooperation mit dem SR2 KulturRadio.
Saarländisches Künstlerhaus
Karlstr. 1, 66111 Saarbrücken
Donnerstag, 24. September 2015, 19.00 Uhr

 

Neuerscheinung
Fußball Liebe - Saarländische Fußballgeschichten
Auf 200 Seiten beleuchten die Autoren Reinhard Klimmt, Bernd Rausch und Joachim p Schmitt die saarländische Fußballgeschichte.

Z.B. die Spiele Deutschland gegen Albanien und 1954 bei der WM Deutschland gegen das Saarland ( 3:1, 1:0 ) als der Saarländer noch Sarrois hiess.
200 Seiten, 9,9o €.
ISBN 978-3 - 930771-98-1
Lesung
Mit allen Autoren und Nelia Dorscheid mit Ihrer schönen Stimme.
Mi. 29.7. 2015
19:00 Uhr
in der "Breite 63" in Malstatt

 

Martin Steinert/ André Mailänder
wooden cloud -
Die Architektur der Wünsche

Raumgreifende Installationen aus Holzstäben bilden seit einigen Jahren den Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit des Bildhauers Martin Steinert.

Diese meist für einen begrenzten Zeitrahmen im öffentlichen Raum angelegten Gebilde wirken zum einen durch ihre Formgebung, zum anderen durch die Ambivalenz, die sich aus monumentaler Präsenz und eingeplanter Vergänglichkeit ergibt. Am Sonntag, 26. Juli 2015 nach dem 11-Uhr-Gottesdienst wird der Band in der Kirche vorgestellt. Eine spannende Publikation, die Bildende Kunst und Fotografie vereint.
Erscheint im
Gollenstein-Verlag

 

Jens Eisel
Der Literaturpreis "Debüt des Jahres 2015" des Literaturwerks sowie des Deutschen Schriftstellerverbands Rheinland-Pfalz Saar geht in diesem Jahr an den Autor Jens Eisel, Hamburg, für seinen im September 2014 im Piper-Verlag erschienenen Erzählband Hafenlichter.

Jens Eisel, 1980 in Neunkirchen/Saar geboren, arbeitete nach Schul- und Schlosserausbildung unter anderem als Lagerarbeiter, Hausmeister und Pfleger. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

 

Frank McCourt
„Die Asche meiner Mutter“
Musikalischen Lesung
„Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit, eine glückliche lohnt sich ja kaum.
Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche irische katholische Kindheit.“

Die Formation 7th Stair liest Auszüge aus dem Roman und untermalt sie mit irischer Folklore.
Die kraftvoll warme Sprache McCourts machte „Die Asche meiner Mutter“ zu einem Bestseller.
Die Musiker und Schauspieler:
Andreas Blaesius, Dominique Hilt, Sandra Klein und Joachim Weis
So, 15. März 15, 17 Uhr,
Baker Street Tea Room,
Mainzerstr. 8, Saarbrücken
Tel.: 0681 – 95 81 24 54
Freier Eintritt

 

Buchvorstellung
Ralph Schock
„Cher Georges“ – „Cher Eugen“
Ralph Schock präsentiert in dem von ihm im Conte-Verlag herausgegebenen Buch „Cher Georges“ – „Cher Eugen“ die Korrespondenz zwischen Eugen Helmlé und Georges Perec aus den Jahren 1966 – 1982.

Der saarländische Übersetzer Eugen Helmlé bekam 1965 den Auftrag, den spektakulären Debütroman „Die Dinge“ des Pariser Autors Georges Perec ins Deutsche zu übertragen.

Aus einer Nachfrage wegen einer unklaren Vokabel entstand über die Jahre ein intensiver Briefwechsel zwischen zwei Männern, die die Lust an Sprache und Literatur über die Landesgrenzen hinweg verband. Helmlé besuchte Perec in Paris, Perec Helmlé in Sulzbach.
Saarländisches Künstlerhaus
Montag, 9. Februar, 20 Uhr
Der Eintritt ist frei

 

Veranstaltungshinweis:
Saarländische Künstlerhaus
Karlstr. 1
66111 Saarbrücken
Donnerstag
15. Januar 2015
20 Uhr
Der 13. Januar
Schriftsteller im
Abstimmungskampf 1935
Vortrag und Lesung mit Ralph Schock
Der Eintritt ist frei
>>> Bericht

 

Walter Wolter
Nach dem viel beachteten Auftakt der neuen Reihe „Literaturabende auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof“ liest Walter Wolter am Dienstag, dem 25.6.2013, 19.00 – 20.30 Uhr, in der Alten Trauerhalle (Eingang Metzer Straße) aus seiner Krimi-Reihe um den Privatdetektiv Bruno Schmidt.
 In insgesamt sechs Bänden hat er den ehemaligen Profi-Boxer ermitteln lassen. Dessen Aufträge führen in die unterschiedlichsten Milieus, Schmidt recherchiert im Umfeld der Fremdenlegion und der Freefighter-Szene, muss sich mit Mädchenhandel und Schutzgelderpressung auseinandersetzen.  Dabei spielt die Großregion immer eine wichtige Rolle, ohne dass es sich um reine Regionalkrimis handelt.
Der Eintritt ist frei

 


Manuskriptförderung:

Das Literaturwerk Rheinland-Pfalz-Saar e.V. und der Verband Deutscher Schriftsteller (VS), Landesverband Rheinland-Pfalz, schreiben in 2012 die Förderung von zwei verlagsfertigen Manuskripten aus.
Zugelassen sind veröffentlichungsreife belletristische Manuskripte der verschiedenen Prosa- und Lyrik-Gattungen.
Das Land Rheinland-Pfalz fördert die Veröffentlichung der verlagsfertigen Manuskripte mit einem Betrag von  ingesamt bis zu 6.000 Euro.
Einsendeschluss ist der 30. Juli 2012, 24 Uhr.
Bewerbungsformular und weitere Infos:
http://www.literaturwerk.net

 

Kinderbuchautor Stefan Gemmel plant größte Lesung der Welt.
Am 12. Juni 2012 wollen 10.000 Kinder auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz einen Leseweltrekord aufstellen.

10.000 Kinder aus 86 Grundschulen reisen am 12. Juni nach Koblenz, um auf der Festung Ehrenbreitstein die größte Lesung der Welt zu erleben. GUINNESS WORLD RECORDS™ wird den Rekordversuch für das „Größte Publikum bei der Lesung eines einzelnen Autors“ überwachen, dokumentieren und im Erfolgsfall direkt auf der Veranstaltung mit der Überreichung einer Rekordurkunde anerkennen.
Dienstag, 12. Juni 2012,
8.30 - 17.00 Uhr
Festung Ehrenbreitstein, Koblenz
Weitere Informationen auf:
www.weltrekord-lesen.de

 


°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

Der März

Sonne lag krank im Bett.
Sitzt nun am Ofen.
Liest, was gewesen ist.
Liest Katastrophen.

Springflut und Havarie,
Sturm und Lawinen, -
gibt es denn niemals Ruh
drunten bei ihnen.

Schaut den Kalender an.
Steht drauf: " Es werde!"
Greift nach dem Opernglas.
Blickt auf die Erde.

Schnee vom vergangenen Jahr
blieb nicht der gleiche.
Liegt wie ein Bettbezug
klein auf der Bleiche.

Winter macht Inventur.
Will sich verändern.
Schrieb auf ein Angebot
aus anderen Ländern.

Mustert im Fortgehn noch
Weiden und Erlen.
Kätzchen blühn silbergrau.
Schimmern wie Perlen.

In Baum und Krume regt
sich's allenthalben.
Radio meldet schon
Störche und Schwalben.

Schneeglöckchen ahnen nun,
was sie bedeuten.
Wenn Du die Augen schließt,
hörst Du sie läuten.
Erich Kästner

 

Lesung
"Die Liebe"...!!!
Mit Silvia Bervingas und Dieter Hofmann
Nicht nur der Rosenmontag ist ein wichtiges Datum im Monat Februar, sondern auch der Valentinstag. Folgerichtig haben sich Bervingas & Hofmann in ihrer Sonntagslesung das Thema "Liebe" vorgenommen.

Berühmte Paare kommen darin ebenso zu Wort wie Dichter und Denker, Zyniker und Romantiker, glücklich und verzweifelt Liebende die alle ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit der schönsten Nebensache der Welt gemacht haben.
Sonntag 12.02.2012, 16.00 Uhr
Hotel-Café-Kaiserhof
Mainzer Straße 78
66121 Saarbrücken
www.kaiserhof-saarbruecken.de

Thomas Knauf
„Babelsberg-Storys - Erlebnisse eines Drehbuchautors in Ost und West“
In der Festivalwoche des Max-Ophüls-Preis 2012 stellt der Berliner Autor Thomas Knauf sein neues Buch „Babelsberg-Storys“ im Saarländischen Künstlerhaus vor. Er wird aus seinen „Erlebnissen in Ost und West“ lesen und Filmausschnitte dazu präsentieren.
Neben der Arbeit als Drehbuchautor hat er Lehraufträge an Film- und Schauspielschulen und bietet Drehbuchseminare an. Thomas Knauf lebt in Berlin.
Dienstag, 17. Januar 2012, 20.00 Uhr
Saarländisches Künstlerhaus Saarbrücken e.V.
Karlstraße 1, 66111 Saarbrücken
www.kuenstlerhaus-saar.de

Saar Rock History
Volume 1 & 2
„Saar Rock History Volume 1 & 2“ ist erschienen. Das Buch von Roland Helm und Norbert Küntzer erzählt informativ und unterhaltsam auf 480 Seiten 50 Jahre saarländische Rockgeschichte.

Gemeinsam mit Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz haben Helm und Küntzer das Werk im „Kleinen Club“ der Saarbrücker Spielstätte „Garage“ der Presse vorgestellt und wir haben's zu unserem KulturHit gemacht .

Helge Barthold
"Intime Blätter"
Direkt, gnadenlos, unverblümt, offen, unverschämt, voll Fett,- kompromisslos, das ist die „Wirklichkeit“ wie Helge Barthold sie als Künstler darzustellen versteht.. Einer Wiklichkeit die ihr brutal - bizarres –skurriles Dasein „roh“ dem Leben des Betrachters entgegenhält. Es ist das Licht, welches Bartholds Motive, schroff, konfrontativ aber dennoch ansprechend der Wahrnehmung des Betrachters serviert.

Seine Selbst- und Porträts, sind faszinierend entrückt so als ob man mit der Taschenlampe auf der dunklen Seite des Mondes auf Entdeckungstour geht und mal eben gerade so dem „Anblick“ Barthold begegnet. Man erwartet eine Musik die sich zu ergeben hat, sobald die Steine in diesem Licht zu tanzen beginnen.
> > >