Ausstellung
Saar Rock History
im Historischen Museum am Schloss
Dokumentation vom Auf und Ab des Erfolgs in der Rockkultur
Als Herausgeber des Buches "Saar Rock History" sind Norbert Künzer und Roland Helm bereits seit 1991 bekannt. Mit iherer jetzt erweiterten Aktualisierung der Ausgabe kommt zeitgleich auch eine Ausstellung mit gleichem Titel ins Historische Museum.

Endlich hat das Saarland auch mal eine Geschichte bezüglich des „Rock“. Bisher dominierte die katholische Kirche regional dieses Wort, indem es in der nahegelegenen Stadt Trier in regelmäsigen Zyklen zur Beschau und Verehrung des „Rock“ besser gesagt des "heiligen Rock" nach Trier einlud. Aus dieser, zumal wortthematischen Bedeutungsdominanz, tritt erstmals in der Geschichte des Saarlandes im Historischen Museum die Ausstellung "Saar Rock History" in den Glorienschein der Öffentlichkeit. Rund 10.000 Männer und Frauen sollen sich laut den Recherschen von Norbert Künzer und Roland Helm (Hrsgb.), zu Rockbands formiert haben um damit auch zur „Kulturevolution" in Konkurenz zum deutschen Schlager, im Saarland beizutragen. Offenbar gibt es auch im Saarland einige „ausgefallene“ Geschichten welche diese "History" inhaltlich so interessant machen und die damit auch für jeden einzelnen Betrachter attraktiv wird, wenn er denn in dieser Zeit schon auf der Welt war, da jeder seine Erinnerung weiter in diese oder jene Episode fortführt ist diese Ausstellung auch eine spannende Anregung. Ausser der Ausstellung gibt es noch ein Buch, dass die recht umfangreiche „Saar Rock Geschichte“ in ihrem chronologischen Verlauf zusammenfasst. Dabei werden 50 Jahre populäre Rockkultur an der Saar von den Herausgebern Norbert Künzer und Roland Helm auf insgesammt zwei Kilo Papiergewicht zusammengefügt. Ich erinnere mich , das selbst in unserem Dorf, Niederkirchen im Ostertal, sich damals (1967) drei Bands gründeten in einer davon („Charly and the Beat Stars“) sang auch ich, 15 jährig im Nebenraum einer "Bauernkneipe" in Marth im Ostertal, unter anderem frenetisch begeistert „Cadillac“ in die Mikrofone. Ach ja da wärmt die Nostalgie einem wieder mal das Herz, wenn man liest wie selemols noch von Schützenvereinen zum „Beatfestival“ geladen wurde. Zu gleicher Zeit bekam man aber auch von den“ Alten“ des Dorfes immer wieder die mahnende Aufforderung sich doch mal die Haare „ordentlich“ zu schneiden. Signifikant für die saarländische Rockszene ist die Story zweier ehemaliger saarländischer Rockstars aus dieser Zeit. Beide verschlug es in den sibzigern (1970) nach London, zum einen war es Herman Erbel der sich bei den "Scorpions" später Rarebell nannte, der legte eine glänzende "Weltkarriere" hin und zum Anderen Gerd Schneider von "RS Rindfleisch", der im Mekka der Rockmusik "London" in der Drogensucht landete, dann als "Heimgekehrter" im Saarland gute Aufnahme fand und heute an Schulen, den Schülern dort, auch von der weniger erfreulichen Seite der Rockmusik berichtet. Eine Polarität die sich in diesem Ausmaß wohl in jeder regionalen Subkultur entwickelt haben dürfte, wahrscheinlich aber nicht in dieser "radikalen"Ausformung.

Die Ausstellung strotzt von "Belegen" der Rockgeschichte. Man bestaunt ,Fotos, Platten, Plakate vielfältige Requisiten von der Gitarre über Notenhefte bis hin zur Lederkluft. Georg Ames der Leiter des Historischen Museums freut sich, dass es mit der Saar Rock History endlich wieder mal einen regionalen Bezug gibt, was dem einheimischen Besucher auch eine zusätzliche Nähe verschafft und für ihn die Chose "Ausstellung" zum "Erlebnis" werden lässt. Kommt man aus der tieferen "Geschichte" der Ausstellung an die "zeitliche Oberfläche", so erkennt der Besucher Rockmusicalkomponist Frank Nimsgern wieder, der im Staatstheater nunmehr schon vier Produktionen realisiert hat, aber auch den saarbrücker "Supergitarristen" Thomas Blug der sich auch als Entwickler von Verstärkern Global einen Namen gemacht haben soll. In der "Heimat" Saarbrücken ist er auch auch als Gitarrist der Band "Dreist" bekannt.Witzig bei der Ausstellung die "Demonstrationskästchen" die auf Knopfdruck einen Musiksound senden, der sozusagen ein problemloses Einordnen der einzelnen Klänge ermöglicht. Die dazugehörigen Kopfhörer sind "fett cool" würde ein für die gegenwärtigen Zukunft produzierender Rockmusiker sagen. Die Ausstellung ist Facettenhaft in große und kleine Dimensionen aufgegliedert die sich gegenseitig immer irgendwie bedingen und von daher auch gut gemischt zusammengestellt einen "ganzheitlichen" Eindruck vermitteln, so dass beim Betrachten nie Langeweile aufkommt, den die nächste "Superlative" der Rock History lauert, um entdeckt zu werden schon an der nächsten Ecke. Wer Musik machen möchte der sollte es auf der Ausstellung "Life" tun. Ein Schlagzeug und eine Gitarre stehen dafür bereit. Die Ausstellung dauert bis zum 30. Dezember. Die Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr Donnerstag von 10 bis 20 Uhr. Im Buch zur Ausstellung gibt es unter "Local Heroes auch noch Bandgründer, aus den sechzigern, die heute noch aktiv im Musikgeschäft auftreten so gesehen dort Uwe Rosar, geb Pulvermüller und Peter Ruppel dessen Vita sich über verschieden Bandnamen durch die Zeit schlängelt, bis zum heutigen, dem aktuellen Namen deHerruppelde. Die häufigsten, von den heute noch agiernden Bands, haben sich in den neunziger Jahren gegründet und gestalten aktuell immer noch das heutige Geschehen im Lokalen Kulturgeschäft. Doch man staunt wieviel "Lokal Heros" sich zu beginn dieses Jahrzehnts gegründet haben und die "Rockwiese" des Saarlandes bereichern. Unter anderem sind da auch "Veteranen" dabei wie Peter Eifel ("Dreist") , N. Künzer u. Segner Matz (Farewell) sie treten unter dem Bandnamen "Les cajons" mit ihren Kumpels Gerhard Lang und und Wolf Giloi auf und bieten dabei ein Spektrum von Pop bis Polka auf. Nicht zu vergessen die Hot Rod Rebells deren Drummer Thomas Kruse besser bekannt als "Spuli" schon bei den Bands "Sammy Hohlblock und die Fünf Sack Zement" und bei der "Kritischen Masse" mit dabei war. Selbst das Sondergenre des Rock, das "Rocktheater" ist hie und da besprochen mal bei Capitain Sperrmüll, mal bei Projekten Michael Bambergs ("Bladie Mae","Bamby""Kritische Masse" ) "Theo das Retortenbaby" oder das "Rocktheater Sprühfix" für dessen Projekte der Textautor und Schauspieler Chris Wroblewski ("Kritische Masse") immer wieder Musiker gewinnen konnte. Ausserdem bringt das Buch, die damals noch in diesem Genre wenigen Frauen dokumentarisch gut rüber, neben den Prominenten Sandra, Nicole, Patricia Kaas, aber auch die Mädels von Thee Cherylinas, The Cozmik Elektras und Vax a Bitch. Urgestein wie den Manager Roland Brycz oder den Musikproduzenten Franky Farian, aber auch den Tonstudio Techniker Michael Schorlepp und viele andere mehr hat das Buch im Angebot der Dokumentation. Also kauft es, zieht es euch rein - es ist spannend und macht Spaß.
"Saar Rock History" - Buch: 39,90 €
S.W.

Vorheriger KulturHit "DIE KELTEN" >>>